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"Gigantische Zerstörungen"

Mellau-Damüls - Vehement, aber vergebens hatte der Alpenschutzverein vor den Folgen der Skigebietszusammenlegung Mellau-Damüls gewarnt - und den Baubeschluss hinnehmen müssen.

Mittlerweile sind die Arbeiten in vollem Gange. Dieser Tage ging Alpenschutzvereinsobmann Lothar Petter nun zur Ugaalpe, um sich ein Bild vom Ausmaß des Projektes zu machen. Ebendort soll oberhalb der Waldgrenze ein Speichersee gebaut werden; ein Speichersee zur Beschneiung der Skipisten. „Und was ich sah, war schockierend“, sagte Petter gestern sichtlich erschüttert, „alle verträglichen Grenzen werden mit diesem Projekt gesprengt, die Schmerzgrenze ist überschritten.“ Einen derart schlimmen Landschaftseingriff, eine derart gigantische Landschaftszerstörung, habe er in den 30 Jahren seiner Tätigkeit bis dato nicht gesehen: „Und das will etwas heißen.“ Dieses Projekt sei mit dem Natur- und Landschaftsschutz in Vorarlberg nicht einmal mehr ansatzweise zu vereinbaren. „Und es stellt sich die Frage, was unsere Gesetze überhaupt noch taugen, wenn solche Eingriffe möglich sind“, sagt der Dornbirner verbittert.

Harte Kritik an Politik

Petter nimmt die verantwortlichen Politiker ins Visier: „Die sollen auf die Ugaalpe gehen, noch bevor der erste Schnee fällt – und sich vergegenwärtigen, was sie da genehmigt haben, wie gewaltig die Zerstörungen im Gebirge sind.“ Selbstverständlich habe der „Eingriff in einer bis dato völlig unberührten, sensiblen Natur schwerste Folgen auf den Landschaftshaushalt“, auch auf den Lebensraum der Wildtiere: „Doch das interessierte die Politiker offensichtlich nicht im Geringsten.“ Petter setzt seine Hoffnung nun auf den Petitions- und Beschwerdeausschuss des EU-Parlaments, an den sich der Alpenschutzverein vor Kurzem gewandt hatte. Aussicht auf Erfolg habe er, ist sich Petter sicher: „Denn Gemeinde-Verantwortliche und Betreiber haben ja getrickst, um eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu umgehen.“ Eine solche Prüfung ist erst ab einem Projektausmaß von 20 Hektar erforderlich: „Also hat man wesentliche Teile des Projektes verheimlicht – beispielsweise diesen gigantischen Speichersee auf der Ugaalpe.“ Stoppen, geschweige denn gutmachen lasse sich das Projekt allerdings nicht mehr; am Ende könne bestenfalls eine Rüge der EU stehen.

Petter hat dennoch eine Hoffnung: „Wir haben eine Unterschriftenaktion gestartet, hoffen auf breiten Zuspruch, um Umweltzerstörungen künftig von Anfang an unterbinden zu können.“ Die Silvretta-Arena habe erst jüngst bewiesen, was sich alles erreichen lasse: „Da hat sich gezeigt, wie starker öffentlicher Druck solche sinnlosen Projekte verschwinden lässt.“

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