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Gezielter Schuss mit gestohlener Armeepatrone

Der wegen des Tötungsdelikts in Zürich-Höngg verhaftete 21-jährige Soldat hat mit einer im Militärdienst gestohlenen Patrone gezielt auf die ihm unbekannte 16-jährige Coiffeur-Lehrtochter geschossen.

Den Schuss gab er aus etwa 80 Metern Distanz ab. Er ist inzwischen in Untersuchungshaft. Das Opfer wird am Freitag beigesetzt. Der 21-jährige Soldat hat der Staatsanwaltschaft gestanden, dass er letzten Freitagabend gezielt auf das ihm nicht bekannte Opfer geschossen hatte.

Er verschoss dabei eine Patrone, die er in der Rekrutenschule (RS) an sich genommen hatte, wie die Staatsanwaltschaft IV des Kantons Zürich am Donnerstag bekannt gab. Die Entwendung erfolgte laut Staatsanwältin Catherine Nägeli nach der Mitte der 21-wöchigen RS bei einer Schiessübung. „Es wurde gezielt auf die Frau geschlossen, das Motiv muss noch geklärt werden“, sagte die Staatsanwältin. Der Schussabgabe liege ein absolut nichtiger Anlass zu Grunde: Derzeit sei kein ersichtliches Motiv erkennbar, sagte sie.

Zum Motiv und dem weiteren Tatumfeld sind weitere intensive Ermittlungen im Gang. Die Schussabgabe aus dem Sturmgewehr auf die bei der Bushaltestelle Hönggerberg mit ihrem Freund sitzende 16-Jährige erfolgte aus etwa 80 Metern Distanz von einem nahe gelegenen Hügel nordöstlich der Emil-Klöti-Strasse. Einen Bericht des „Tages-Anzeigers“, wonach sich der 21-Jährige zuvor im Tram der Linie 13 laut und auffällig verhalten habe und vermutlich betrunken gewesen sei, wollte Nägeli nicht bestätigen.

Ob der 21-jährige zur Tatzeit alkoholisiert gewesen sei oder Drogen genommen habe, werde untersucht. Abgeklärt werden müsse auch, ob der Mann mit seinem eigenen Sturmgewehr geschossen habe. „Man geht aber davon aus“, sagte Nägeli.

Er war am vergangenen Freitag aus der RS entlassen worden. Die Staatsanwaltschaft bestätigte zudem, dass der 21-Jährige zwei Vorstrafen aus den Jahren 2005 und 2006 aufweist: eine wegen eines geringfügigen Vermögensdelikts, eine andere wegen Verursachung einer Explosion mit geringem Sachschaden. Der junge Schweizer chilenischer Abstammung wohnt laut Nägeli als Wochenaufenthalter in Zürich und stammt aus Islisberg im Kanton Aargau.

Weitere Angaben zur Person machte sie nicht. Gegen den am Sonntagabend nach polizeilicher Befragung formell verhafteten 21-Jährigen wurde vergangenen Dienstag Untersuchungshaft verfügt. Das 16-jährige Opfer des Tötungsdelikts vom Hönggerberg wird am (morgigen) Freitag bestattet. Die Coiffeuse-Lehrtochter wird laut dem Stadtzürcher Bestattungs- und Friedhofamt in Zürich-Altstetten beigesetzt.

Laut Frank Zellweger, dem Sprecher der Militärjustiz, würde sich die Frage militärstrafrechtlicher Konsequenzen für die damaligen RS-Kader des 21-Jährigen erst stellen, wenn sie gegen den Munitionsbefehl verstossen hätten. Am Ende von Schiessübungen müssen gemäss diesem Befehl bei Waffen, Magazinen und Reservemagazinen Entladekontrollen vorgenommen werden. Zudem sind die Übungsteilnehmer darauf aufmerksam zu machen, dass allfällige Restmunition sofort straflos abzugeben sei; späterer Besitz von Armeemunition ist strafbar. Seiner persönlichen Meinung nach würde der Bogen aber überspannt, wenn bei Verstoss gegen diese Vorschrift eine Mitverantwortung an einem Tötungsdelikt hergeleitet würde, sagte Zellweger.

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