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Gewalttaten nehmen kein Ende

Die Serie von Gewalttaten im Irak setzt sich fort. Vier US-Soldaten getötet oder schwer verletzt - Opferbilanz bei Moschee-Explosion steigt - Wachsende Skepsis in den USA.

Zu den Opfern der jüngsten Angriffe lagen widersprüchliche Angaben vor. Nach offiziellen Angaben wurden am Dienstag mindestens fünf US-Soldaten bei Anschlägen im Raum Bagdad verletzt, nach Berichten von Augenzeugen gab es bei einem Raketenagriff in Bagdad Dienstag Früh vier Tote unter den Besatzungssoldaten. Bei einer schweren Explosion in einer Moschee in Falluja wurden nach US-Angaben sechs Iraker getötet und vier weitere verletzt.

Nur wenige Stunden zuvor hatte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärt, die USA sähen sich im Irak keinem Guerilla-Krieg wie in Vietnam ausgesetzt. Rumsfeld sagte am Montagabend in Washington, Journalisten hätten wiederholt die Frage gestellt, ob eine Parallele zum Vietnam-Krieg gezogen werden könne. „Aber das ist nicht der Fall. Es ist eine andere Zeit, eine andere Ära, ein anderer Ort“, sagte der Pentagon-Chef.

Augenzeugen schilderten in Bagdad, bei einem Raketenangriff seien vier US-Soldaten ums Leben gekommen. Andere Zeugen sprachen von vier schwer verletzten US-Soldaten, die aus ihrem Fahrzeug geborgen wurden. Ein Militärfahrzeug sei detoniert. Unbekannte Angreifer schossen demnach aus ihrem Wagen mit einem Raketenwerfer auf das Militärfahrzeug. Auch ein irakischer Busfahrer sei bei der Attacke in einem Viertel im Zentrum der irakischen Hauptstadt verletzt worden. Die Täter konnten den Angaben zufolge flüchten.

Von Seiten der US-Armee war zunächst keine Bestätigung zu dem Vorfall in Bagdad zu erhalten. Kurz zuvor war ein US-Soldat leicht verletzt worden, weil ein Militärkonvoi in der Nähe des Flughafens von Bagdad mit einer Panzerabwehr-Rakete beschossen worden war. Unbekannte feuerten nach Augenzeugenberichten am Morgen eine Granate auf die US-Militärbasis in der zentralirakischen Stadt Falluja ab. Die US-Soldaten erwiderten das Feuer und durchkämmten das Gebiet. Über die Zahl möglicher Opfer wurden zunächst keine Angaben gemacht. Falluja gilt als Hochburg von Anhängern des entmachteten Staatschefs Saddam Hussein.

Die Zahl der am Montagabend bei einer Explosion in der Hauptmoschee von Falludscha getöteten Iraker stieg unterdessen auf sechs. Zwei weitere Theologiestudenten erlagen in der Nacht ihren Verletzungen, vier waren am Montag gestorben. Bei einer Serie von insgesamt drei Explosionen in der westlich von Bagdad gelegenen Stadt waren mehr als ein Dutzend weitere Menschen verletzt worden. Die Ursache der Explosion blieb unklar. Anrainer berichteten, sie hätten das Geräusch einer Rakete gehört und Raketenteile gefunden. Durch die Detonation wurde auch die Moschee schwer beschädigt.

„Alle Tote waren Geistliche, und sie haben am Islam-Unterricht teilgenommen“, sagte ein Einheimischer. „Sie sind ihren religiösen Pflichten nachgegangen und dabei von amerikanischen Raketen getroffen worden. Ist das Demokratie?“ Ein anderer kommentierte die Anschläge auf die Besatzer: „Diese Explosionen sind eine Botschaft an die Amerikaner, weil sie nichts für das irakische Volk getan haben.“ Die irakische Bevölkerung wirft den US-Besatzern vor, nicht für Ordnung zu sorgen und zudem bei der Suche nach Waffen und bei der Fahndung nach Anhängern Saddam Husseins rücksichtslos vorzugehen.

Die Situation nach dem Krieg im Irak wird in der amerikanischen Öffentlichkeit inzwischen mit wachsender Skepsis betrachtet. Der Anteil jener, die im Irak eine sich verschlechternde Situation erkennen, verdreifachte sich seit Mai auf 42 Prozent, wie aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage für den Fernsehsender CNN und die Zeitung „USA Today“ hervorgeht. 56 Prozent der Befragten waren aber der Ansicht, dass der Einsatz gut verlaufe. Seit US-Präsident George W. Bush am 1. Mai die Kampfaktionen für beendet erklärte, sind 60 US-Soldaten im Irak ums Leben gekommen.
(Schluss) hs

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