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Gewaltige Dimensionen im Wasserschloss

Der Steigschacht und die unteren Wasserschlosskammern wurden bereits fertig ausgebrochen. Schritt für Schritt werden die unteren Kammern nun ausbetoniert. Anschließend erfolgt das weitere Abteufen des Vertikalschachtes.

 

Bereits jetzt vermittelt der Blick vom Schachtkopf in die Tiefe dem Betrachter das Gefühl, winzig klein zu sein. Mit einem Durchmesser von 17 Metern im Endausbau und einer Tiefe von mehr als 80 Metern fänden in dem gewaltigen Schacht einige Einfamilienhäuser Platz. „Gerade arbeiten wir an der Detailplanung der Bewehrung, Injektionen und Entlastungsbohrungen“, berichtet Stefan Wachter, der für die Planung verantwortlich ist. Bauseitig sind bislang bereits der Fuchslochstollen, die obere Wasserschlosskammer, der Steigschacht, die drei unteren Wasserschlosskammern und der Schutterschacht fertig ausgebrochen. Aktuell werden die drei unteren Kammern ausbetoniert. Diese Arbeiten müssen aus baulogistischer Sicht jetzt erledigt werden, denn wenn der Schacht erst einmal weiter nach unten ausgebrochen wird, gibt es für die Arbeiter keine Möglichkeit mehr, Fahrzeuge, Werkzeug oder Material abzustellen.

Injektionen zur Verfestigung
Die Arbeiten an den unteren Kammern schreiten zügig voran. Zuerst wird der untere Teil betoniert, bevor das Firstgewölbe verschalt und ausbetoniert wird. Wechselt das Obervermuntwerk II zukünftig vom Turbinen in den Pumpbetrieb, ändert sich schlagartig die Fließrichtung des Wassers im Druckstollen. Dabei wirken gewaltige Kräfte. Über das Wasserschloss – bestehend aus einem Vertikalschacht, drei unteren Kammern, einem Steigschacht und einer oberen Kammer – kann das Wasser vom Druckstollen nach oben hin ausweichen. Die Dimensionen sind enorm: die drei unteren Kammern haben eine Höhe von 9,10 Metern und verjüngen sich auf insgesamt 70 Metern keilförmig bis auf eine Höhe von 7 Metern. „Der Grund für diese Form ist, dass das Wasser beim Abschwingen besser aus den Kammern ausfließen kann und die Luft beim Aufschwingen besser aus den Kammern entweichen kann“, erklärt Stefan Wachter.

Nach abgestimmten Plänen
Nach den Betonierarbeiten beginnt dann die erste Phase der Injektionsarbeiten. Dabei wird über Bohrlöcher eine Zementsuspension injiziert. Diese sorgt dafür, dass sich das durch die Sprengungen aufgelockerte Gebirge wieder verfestigt und sich die Durchlässigkeit für Bergwasser reduziert. Genauso wie die Bewehrung werden diese Injektionen in Hinblick auf die Statik und unter Berücksichtigung der Geologie im Vorfeld genau berechnet und nach abgestimmten Plänen ausgeführt. Nach der Fertigstellung der unteren Kammern und dem ersten Teil der Injektionen wird der Vertikalschacht durch das Aufweiten des bereits bestehenden Schutterschachtes weiter ausgebrochen. Anschließend wird der Vertikalschacht von unten nach oben mit Beton ausgekleidet.

Wissenswertes
Glossar: Abteufen Als Abteufen oder Teufen (auch: Niederbringen) bezeichnet man die Herstellung von senkrechten Hohlräumen
Kalotte Oberer Teil des Stollenquerschnitts
Strosse UntererTeil des Stollenquerschnitts
Firste Decke des Stollens
Ulme Seitenwand des Stollens
Sohle Boden des Stollens

Weitere Informationen:
www.obervermuntwerk2.at
obervermuntwerk2@illwerke.at
Twitter: @Projekt_OVWII

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