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Gewalt begleitete Wiener Derby

Das Fußball-Derby zwischen Austria Wien und dem SK Rapid am Sonntag im Favoritner Horr-Stadion war von Gewalt begleitet: Es gab vier Verletzte und mehr als zehn Festnahmen.

Zunächst warfen Fans der Violetten etwa Mitte der ersten Halbzeit bengalische Feuer auf Rapid-Tormann Helge Payer. Das Spiel war für mehrere Minuten unterbrochen. In weiterer Folge lieferten sich Rapid-Anhänger heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Ein Beamter der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA), ein Linienrichter und zwei Fans wurden laut einer Polizeisprecherin verletzt.

Der Polizist erlitt einen Naseinbeinbruch, nachdem ihn grün-weiße Gewalttäter mit Fußtritten traktiert hatten. Der Linienrichter erlitt ein Knalltrauma. Es gab mehr als zehn Festnahmen, auch nach dem Spiel kam es zu Auseinandersetzungen unter den Fans.

Schwere Ausschreitungen gab es vor allem im Sektor des Rapid-Anhangs: Nach Informationen der Einsatzkräfte begannen gewaltbereite Hütteldorfer unabhängig von den Aktionen der Austria-Fans gegen den Goalie der Grün-Weißen, Helge Payer, zu randalieren. Polizisten hatten versucht, betrunkene Fans zur Räson zu bringen, die mit Bier um sich geschüttet hatten und damit eine Konfrontation auszulösen drohten. Das brachte die Grün-Weißen in Rage: Die Fans warfen Fahnen auf die Beamten. Die Wurfgegenstände wurden von der Exekutive konfisziert.

Dass die Fahnen im Besitz der Polizei waren, wollten die Gewalttäter nicht hinnehmen. Sie zerlegten die Bänke des Gästesektors und warfen die Teile auf die Beamten. Die WEGA stürmte daraufhin in den Sektor. Dabei wurden zwei der Beamten bei einer Attacke der Fans verletzt, einer davon erlitt einen Nasenbeinbruch. Die Lage beruhigte sich zunächst aber.

Auf Videobildern identifizierte die Exekutive einige der Hooligans. Nach der Pause kam es zu weiteren Ausschreitungen der Rapid-Fans, die wieder mit abmontierten Bänken die Einsatzkräfte bewarfen. Insgesamt gab es zunächst elf Festnahmen, gegen fünf dieser Gewalttäter wurden Haftbefehle erlassen.

Nach dem Spiel trafen die Fans beider Mannschaften am Verteilerkreis aufeinander. Sie schossen Leuchtkörper gegen die jeweils andere Gruppe, es soll auch zu Raufereien gekommen sein. In weiterer Folge beruhigte sich die Lage aber.

Am Abend nahm die WEGA einen weiteren Verdächtigen fest, der sich an den Angriffen gegen einen der verletzten Polizisten beteiligt haben könnte. Er wurde in einem Lokal auf der Linken Wienzeile angetroffen und soll auf Aufnahmen zu sehen sein, wie er den Beamten mit Fußtritten traktierte. Die Zahl der Festnahmen erhöhte sich damit auf zwölf, auch gegen diesen Hooligan wurde ein Haftbefehl erlassen.

„Entsetzt“ zeigte sich Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka (V) über die Ausschreitungen. „Gegen solche Rowdies muss man streng vorgehen, will man das positive Bild des österreichischen Fußballs nicht gefährden. Hier muss ein Exempel statuiert werden“, forderte der Politiker.

Schon vor dem Spiel war es zu einer Novität gekommen: Der Anhang des SK Rapid war erstmals als angemeldeter Demonstrationszug zum Derby gegen die Austria ins Franz-Horr-Stadion in Favoriten gezogen. Zunächst versammelten sich rund 1.000 Grün-Weiße am Stephansplatz in der City und schossen zunächst Böller und Raketen ab. Auch einige Flaschen wurden geworfen. Danach fuhren die Anhänger mit der U-Bahn zum Reumannplatz. Über die Laxenburger Straße marschierten sie zum Favoritner Verteilerkreis.

Auf das offizielle Demo-Motto, ein Protest gegen die Verkommerzialisierung des Fußball, deuteten keine Sprechchöre hin. Hingegen zündeten sie weitere pyrotechnische Gegenstände, ein Pkw wurde beschädigt.

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