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Geschlechterstudie: "Der letzte schöne Herbsttag"

Es könnte so einfach sein: Zwei Menschen verlieben sich und verbringen den Rest ihres Lebens gemeinsam. Ein Wunschtraum, der aber oft nicht der Realität standhält. Der eine schwärmt für Romantik, der andere hasst Liebesschwüre im Mondenschein.
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Einer sehnt sich nach tiefgründigen Gesprächen, während der andere nicht viel Worte um Gefühle machen will. Und schon ist sie da, die große Frage: Passen wir überhaupt zueinander? Ralf Westhoff setzt sich in seinem neuen Film “Der letzteschöneHerbsttag“, der ab Freitag in Österreich zu sehen ist, mit den tragikomischen Fallstricken der Liebe auseinander. Julia Koschitz und Felix Hellmann spielen ein Paar, das verzweifelt um seine Beziehung kämpft.

Schon in seinem Kinodebüt “Shoppen” hatte sich Westhoff mit der Liebe beschäftigt. Seine Komödie über Singles beim Speed-Dating war 2007 ein Überraschungserfolg. Damals ging es um die Schwierigkeiten, den einen, besonderen Menschen zu finden. Ist sie dann endlich da, die Liebe, scheint das Glück perfekt. Doch in “Der letzteschöneHerbsttag” macht der Regisseur deutlich, dass eine gute Beziehung harte Arbeit und so manchen Kampf erfordert.

Westhoff bezieht sein Publikum voll ein: Abwechselnd schütten Claire (Julia Koschitz, “Teufelskicker”) und Leo (Felix Hellmann, “Shoppen”) mit geradem Blick in den Kinosaal ihr Herz aus. Die Zuschauer als Therapeuten: Sie hören sich an, wie die Liebe im Alltag auf der Strecke geblieben ist und wie einst so liebenswerte Eigenarten des Partners jetzt Abscheu hervorrufen. Dazwischen die Freunde: Claires Vertraute Ivonne (Katharina Schubert), die auch gerne so einen Freund wie Leo hätte: “Wenn du dich von ihm trennst, gib mir Bescheid, ich wüsste schon, wie ich ihn trösten kann”. Oder Leos Kumpel Tobias (Leopold Hornung) mit seinen Weisheiten: “Männer verlassen Frauen nicht. Sie lassen sich solange gehen, bis es den Frauen reicht.”

“Der letzteschöneHerbsttag” besticht vor allem durch treffsichere, ausgefeilte Dialoge und trockenen Humor. Eine wunderbare Studie über die völlig konträren Sichtweisen der Geschlechter, die dem Regisseur im Juni auf dem Filmfest München den Förderpreis Deutscher Film bescherte. Sehenswert ist vor allem Julia Koschitz, wenn sie entschlossen und mutig ihre Beziehung analysiert und dabei doch so verletzlich wirkt. Am Ende geht es vor allem um eine Frage: Finden beide den Mut, sich trotz aller Gegensätze und Enttäuschungen wieder voll und ganz aufeinander einzulassen?

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