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Geschichte der Sommerspiele 1964 - 1980

TOKIO 1964: Japanische TechnologieDie japanische Technologie drückt den Spielen in Tokio ihren Stempel auf. Sportstätten von noch nie gesehener Genialität und eine perfekte Organisation prägen die Spiele.

Die technische Entwicklung zeigt sich auch in der Leichtathletik, wo die Stabhochspringer erstmals mit Glasfiber-Stäben antreten. Nur fünf Wochen nach einer Blinddarm-Operation gewinnt Abebe Bikila erneut den Marathon, diesmal aber mit Schuhen.

Die rot-weiß-rote Formkurve zeigt weiter nach unten: In Tokio gehen Österreichs Athleten bei der Medaillenvergabe sogar völlig leer aus – bisher einzigartig.

MEXIKO 1968: Beamon, Black Power, Sextests und Studentenrevolten
Mexiko-Stadt bringt weitere Meilensteine in der Leichtathletik- Geschichte. Begünstigt durch die Höhenlage stellen Bob Beamon (Weitsprung/8,90) und Lee Evans (400 m/43,86) Weltrekorde auf, an denen sich die Konkurrenz Jahrzehnte lang die Zähne ausbeißt. Dick Fosbury segelt als Erster rückwärts über die Hochsprunglatte und prägt damit den Stil, der auch heute noch dominiert. Tommie Smith und John Carlos machen mit hochgestreckten Fäusten, der Black-Power-Geste, bei der Siegerehrung publikumswirksam auf die Benachteiligung der dunkelhäutigen Bevölkerung in den USA aufmerksam. Erstmals werden Sextests für Frauen durchgeführt. Studentenrevolten fordern hunderte Todesopfer.

Die von ihrem Mann Gunnar betreute Liese Prokop und Hubert Raudaschl halten mit zwei Mal Silber die österreichischen Farben hoch, Eva Janko und die Kanuten Gerhard Seibold/Günther Pfaff tragen Bronzemedaillen bei.

MÜNCHEN 1972: Das Massaker und Spitz
Am 5. September 1972 gerät die olympische Idee von Baron Pierre de Coubertin in ihre härteste Zerreiß-Probe. Fünf palästinensische Terroristen dringen in das Olympische Dorf in Fürstenfeld-Bruck ein, ermorden zwei israelische Sportler und nehmen weitere neun als Geiseln. Der Befreiungsversuch der deutschen Polizei schlägt fehl, 17 Menschen verlieren beim Massaker ihr Leben. Trotzdem werden die Spiele fortgesetzt. Die sowjetische Turnerin Olga Korbut verzaubert mit ihrer Grazie die Zuschauer, der amerikanische Schwimmer Mark Spitz wird mit sieben Siegen bei sieben Starts zur großen Figur der Spiele.

Für Österreich gibt’s drei Medaillen – Silber durch den Kanuten Norbert Sattler, Bronze durch die Hochspringerin Ilona Gusenbauer und den Schützen Rudolf Dollinger.

MONTREAL 1976: “Die unvollendeten Spiele”
Nadia Comaneci löst Olga Korbut als herausragende Turnerin ab. Die Rumänin erzielt sieben Mal die Höchstnote 10,0. Der finnische Polizist Lasse Viren gewinnt wie bereits in München Gold über 5.000 und 10.000 m. Ed Moses beginnt seinen Siegeszug über 400 m Hürden. Die explodierenden Kosten stoppen das Vorhaben “Olympiapark des Jahrhunderts”. Etliche Bauvorhaben bleiben unvollendet.

Bescheiden das Abschneiden der Österreicher: Lediglich Schütze Rudolf Dollinger trägt sich mit Bronze erneut in die Ehrentafel ein.

MOSKAU 1980: Der Schatten Afghanistans
1980 werden die Olympischen Spiele endgültig zum Politikum. Nachdem bereits 1976 in Montreal einige afrikanische Länder die Spiele boykottiert haben, bleiben in Moskau über 60 Länder, angeführt von den USA, fern. Grund für den Boykott ist der sowjetische Einmarsch in Afghanistan ein Jahr zuvor. Trotz der Absagen fallen 34 Weltrekorde.

Österreich ist dabei und holt durch Elisabeth Theurer Gold im Dressurreiten. Der Segler Wolfgang Mayrhofer gewinnt Silber. Silber auch für seinen Kollegen Hubert Raudaschl, der bereits zum sechsten Mal dabei ist. Bronze für den Schützen Gerhard Petritsch.

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