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Germanwings-Maschine stürzt in Frankreich ab: "Keine Überlebenden"

Germanwings-Airbus A320 in Südfrankreich abgestürzt.
Germanwings-Airbus A320 in Südfrankreich abgestürzt. ©AP
In Südfrankreich ist ein Airbus 320 der Lufthansa -Tochter Germanwings auf dem Weg nach Düsseldorf mit 144 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern an Bord abgestürzt. Überlebt hat das Unglück niemand. Ein Flugschreiber der abgestürzten Germanwings-Maschine ist am Dienstag nach Angaben des französischen Innenministeriums gefunden worden.

 

Beim Absturz eines Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings in den französischen Alpen sind 150 Menschen ums Leben gekommen. Die Ursache des schwersten Unglücks in der Luftfahrt in Europa seit Jahren war zunächst unklar. Der Airbus startete am Vormittag in Barcelona und war auf dem Weg nach Düsseldorf, etwa 100 Kilometer nördlich von Nizza ging die Maschine nieder.

Es gibt keine Überlebenden, erklärte die französische Polizei. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sprach von einem “schwarzen Tag” für Deutschlands größte Airline.

16 deutsche Schüler unter den Opfern

An Bord sollen unter anderen 67 Deutsche und 45 Spanier gewesen sein. Unter den deutschen Toten sind vermutlich auch 16 Schüler und zwei Lehrer aus dem nordrhein-westfälischen Haltern am See. Es bestehe der begründete Verdacht, dass sie bei dem Absturz umgekommen seien, sagte eine Sprecherin der Stadt. Am Düsseldorfer Flughafen wurden Angehörige der Passagiere seelsorgerisch betreut.

Ob sich Österreicher an Bord des Unglücksflugs befunden haben, war am Dienstagnachmittag noch unklar. Der Sprecher des Außenministeriums, Martin Weiss, sagte am Dienstag auf Anfrage der APA, es habe sich um einen Schengenflug gehandelt, die Passagiere seien daher nicht zur Ausweisleistung verpflichtet gewesen. Man sei daher dabei, die Passagier-Liste des Airbus durchzuarbeiten.

Steiler Sinkflug – Kein Notruf

Die Absturzursache war zunächst völlig unklar. Der A320 war nach Angaben von Germanwings um 10.01 Uhr mit 144 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern an Bord in Barcelona gestartet. Knapp eine dreiviertel Stunde später erreichte er um 10.45 Uhr seine reguläre Flughöhe von 12.000 Metern. Flugverfolgungsdaten inoffizieller Webseiten deuten darauf hin, dass der Airbus dann in einen steilen Sinkflug überging, aber nicht wie bei einem völligen Kontrollverlust direkt abstürzte. Während des Sinkfluges habe es keine Kommunikation mit den Piloten gegeben, erklärte Germanwings. Die Piloten setzten nach Angaben der französischen Flugaufsicht auch keinen Notruf ab.

“Es war kein Absturz, bei dem das Flugzeug wie ein Stein vom Himmel fällt”, sagte das Vorstandsmitglied der Piloten-Vereinigung Cockpit, Markus Wahl. “Nach allem was wir wissen, war es ein kontrollierter Gleitflug, wenn man sich die Sinkdaten der Maschine ansieht.” Um seriöse Aussagen über den Hergang machen zu können, müssten jedoch zuerst der Flugdatenschreiber und der Stimmenrekorder aus dem Cockpit gefunden werden.

Die verschneite Absturzstelle nahe dem Dorf Meolans-Revel am Fuße der französischen Alpen ist jedoch schwer zugänglich. Die Bergung der Leichen wird daher nach Angaben der Polizei voraussichtlich mehrere Tage dauern. Zudem verschlechterte sich das Wetter am Dienstag zusehends. “Wir werden am Nachmittag eine recht dichte Wolkendecke bekommen, Sturm, Schnee oberhalb von 1.800 Metern und tief hängende Wolken”, sagte ein Vertreter des örtlichen Wetterdienstes. Deutsche und französische Flugsicherheitsexperten waren unterwegs dorthin.

Alter Jet, aber erst kürzlich geprüft

Der abgestürzte Airbus war 24 Jahre alt und damit deutlich älter als viele andere Maschinen in der Flotte der Lufthansa. Der letzte Check fand nach Angaben von Germanwings am Montag bei Lufthansa-Technik statt. Im Schnitt sind die Flugzeuge der Lufthansa-Flotte seit 11,5 Jahren im Einsatz. Airbus erklärte, man bemühe sich um eine Aufklärung des Vorfalls. Der abgestürzte A320 habe auf 46.700 Flügen fast 58.300 Flugstunden absolviert. Germanwings sicherte allen Betroffenen rasche Hilfe zu. “Germanwings wird alle Kräfte aufbieten, um allen Betroffenen schnell und unbürokratisch zu helfen und ihnen ihr schweres Schicksal zu erleichtern, so gut es irgend geht”, sagte Geschäftsführer Oliver Wagner. “Das Geschehene tut uns unendlich leid”.

Für Angehörige gibt es mehrere Telefonhotlines: Beim der Hotline des Bürgerservice des österreichischen Außenministeriums unter der Telefonnummer 0501150-4411, bei Germanwings unter der Nummer 0800-11 33 55 77 sowie beim Düsseldorfer Flughafen unter der Nummer 0800-7766350.

Die letzten Unfälle bei der Lufthansa liegen lange zurück. 1993 prallte ein A320 auf dem Warschauer Flughafen gegen einen Erdwall, zwei Personen kamen ums Leben. Eines der größten Unglücke in der Lufthansa-Geschichte ereignete sich 1974 in Kenia, als ein Boeing-Jumbojet kurz nach dem Start in Nairobi abstürzte und 60 Insassen starben. Beim Absturz des Überschalljets Concorde im Juli 2000 kamen 109 Menschen ums Leben.

Der Absturz hatte auch Auswirkungen auf die Aktien von Lufthansa und Airbus: Lufthansa war mit einem Minus von 1,9 Prozent größter Verlierer im Dax. Airbus büßte 1,25 Prozent ein und hatte damit die rote Laterne im MDax.

(APA)

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