Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Gerichtsprozess gegen Tiroler Wunderheiler vertagt

Der Prozess gegen einen Tiroler Wunderheiler am Innsbrucker Landesgericht ist aufgrund weiterer Beweisanträge vertagt worden. Dem 66-jährigen ehemalig praktizierenden Arzt wurde die fahrlässig schwere Körperverletzung unter gefährlichen Verhältnissen an Patientinnen vorgeworfen.

Der mehrmals vorbestrafte Mann hatte sich nicht schuldig bekannt.

“Der Doktor hat der an Brustkrebs leidenden Patientin die Empfehlung einer anerkannten medizinischen Behandlung, ohne die eine solche Erkrankung unzweifelhaft tödlich endet, unterlassen”, hieß es in der Anklageschrift. Damit habe der Angeklagte die Verschlimmerung des Zustandes des Mammakarzinoms herbeigeführt und eine 50-prozentige Heilungschance zunichtegemacht.

“Ich habe ihr gesagt, dass es sich um Brustkrebs handelt. Allerdings wollte die Patientin diese Diagnose nicht hören, sie hat abgeblockt”, verteidigte sich der Wunderheiler. Die Empfehlung einer frauenärztlichen Untersuchung und eine chirurgische Intervention habe die Frau abgelehnt. Stattdessen habe er sie mit “Naturheilmittel”, Spritzen und Handauflegen behandelt.

Im zweiten Fall hatte der Tiroler einer an Depressionen und psychosomatischen Syndromen leidenden Patientin Schlaftropfen “aus heimischen und asiatischen Kräutern” verschrieben, die laut ihm “keine Nebenwirkungen” hätten. In Wahrheit habe es sich um “Psychopax” gehandelt, welche in eine Abhängigkeit führen, schilderte Richter Norbert Hofer.

Beide Fälle hatten sich im Zeitraum von 1997 bis 2003 zugetragen. Laut Staatsanwalt Wolfgang Pilz habe der 66-Jährige bei beiden Patientinnen die ärztliche Sorgfaltspflicht außer Acht gelassen. Er habe sie weder untersucht noch einer Anamnese unterzogen. Zudem hätte er die Erkrankung nicht medizinisch abgeklärt. Die Hauptverhandlung hatte schon vor einigen Jahren stattgefunden.

Verteidigerin Waltraut Walch wollte die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit führen. Ihr Mandant hatte sich in der Vergangenheit einer Nierenoperation unterziehen müssen, womit ein “erhöhtes Infektionsrisiko” gegeben sei. Der Richter hatte dem Antrag nicht stattgegeben. Für Walch war es am Ende der Verhandlung ungewiss, ob ihr Mandant aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes beim nächsten Termin “in der Lage sei” zu erscheinen.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Welt
  • Gerichtsprozess gegen Tiroler Wunderheiler vertagt
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen