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Geplantes Schulmassaker-Videospiel empört die USA

25. Mai 2018: Ein Schüler und ein Lehrer werden bei einr Schießerei an einer Schule in Idiana verletzt.
25. Mai 2018: Ein Schüler und ein Lehrer werden bei einr Schießerei an einer Schule in Idiana verletzt. ©Kevin Moloney/Getty Images/AFP
Mit einem geplanten Videospiel, in dem ein Schulmassaker simuliert wird, sorgt derzeit das US-Softwareunternehmen Valve Corp. für Empörung.

Eine Petition auf der Website Change.org, die das Unternehmen zum Verzicht auf das Spiel “Active Shooter” aufruft, wurde bis Dienstag (Ortszeit) von mehr als 100.000 Menschen unterzeichnet. Auch US-Politiker verurteilten das Computerspiel scharf.

“Active Shooter” soll ab dem 6. Juni zum Preis von fünf bis zehn Dollar (4,30 bis 8,60 Euro) auf den Markt kommen. In einem Werbefilm auf der Website von Steam, dem Digitalvermarkter von Valve, steckt der Spieler zunächst in der Rolle eines Spezialkommando-Mitglieds, das in einer Schule nach einem Schützen sucht. Dann wird die Perspektive des wild um sich feuernden Schützen eingenommen. Das Werbefilmchen endet mit Bildern von auf dem Boden liegenden Leichen, wobei die getöteten Zivilisten und Polizisten gezählt werden.

“Ich habe viele schreckliche Dinge gesehen und gehört, seit meine Tochter Opfer eines School-Shootings wurde und nun im echten Leben tot ist”, schrieb Fred Guttenberg auf Twitter. Seine 14-jährige Tochter Jaime zählte zu den 17 Todesopfern an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland im US-Bundesstaat Florida. Valve Corp solle “die Wut von jedem, der sich um die Sicherheit in Schulen und in der Öffentlichkeit kümmert”, treffen.

Sicherheit ist kein Spiel

Auch Ryan Petty, dessen 14-jährige Tochter Alaina ebenfalls in der Schule in Parkland erschossen wurde, kritisierte das Spiel scharf. “Es ist widerwärtig, dass Valve Corp. versucht, Profit aus der Glorifizierung von Tragödien zu schlagen, die unsere Schulen überall im Land betreffen”, schrieb Petty im Online-Netzwerk Facebook. Die Sicherheit der Kinder in den USA sei “in keiner Weise ein ‘Spiel'”. Senator Bill Nelson aus Florida nannte die Pläne für das Videospiel “unentschuldbar”. Jedes Unternehmen, das solche Spiele entwickle, “sollte sich seiner selbst schämen”.

Der Spielentwickler Revived Games erklärte, “Active Shooter” sei “ausschließlich zu Unterhaltungszwecken und Simulation gedacht”. “Revived Games glaubt, dass Gewalt und unangemessenes Verhalten in Videospiele und nicht in die reale Welt gehört”, hieß es weiter. Der Spieleentwickler appellierte an Menschen, die den Drang verspürten, Menschen Gewalt anzutun, sich an einen Psychiater zu wenden oder den Notruf zu wählen.

In den USA gibt es immer wieder Schusswaffenangriffe in Schulen. Das Schulmassaker in Parkland hatte ein 19-Jähriger am 14. Februar angerichtet. An einer Schule im texanischen Santa Fe erschoss vor knapp zwei Wochen ein 17-Jähriger zehn Menschen. Überlebende der Tat in Parkland haben eine Kampagne zur Einschränkung des laxen US-Waffenrechts gestartet. Der Einfluss der US-Waffenlobby ist allerdings weiterhin groß.

(APA/ag.)

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