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Genereller Gedächtnisschwund im Koloini-Prozess

Schlecht schaut's aus, so aus der Nähe betrachtet.
Schlecht schaut's aus, so aus der Nähe betrachtet. ©APA/GEORG HOCHMUTH
In Bedrängnis gerät am zweiten Prozesstag Jörd Haiders Ex-Vertrauter Franz Koloini. Aufgrund undurchsichtiger Finanztransaktionen drohen jetzt auch Konsequenzen vor dem Strafrichter.
Franz Koloini vor Gericht
Geldwäsche-Prozess gegen Koloini fortgesetzt
Prozess gegen Haiders Ex-Protokollchef
Koloini vor Gericht

Die gewagte Konstruktion, mit der die Hypo Alpe Adria das Formel 1-Engagement des Kärntner Rennfahrers Patrick Friesacher vorfinanziert hatte, ist am zweiten Tag im Geldwäsche-Prozess gegen den früheren Protokollchef des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider, Franz Koloini, im Mittelpunkt des Interesses gestanden. Ex-Hypo-Vorstand Gerd Xander räumte im Zeugenstand ein, der Vorgang sei heikel gewesen: “Aber ich habe dem Herrn Landeshauptmann vertraut.”

Wen interessieren bei der HAA schon zwei Millionen Dollar?

“Es war dringender Handlungsbedarf gegeben. Man hat uns gebeten, die zwei Millionen US-Dollar vorzufinanzieren. Der Zeitdruck war enorm”, rechtfertigte der ehemalige Hypo-Vorstand Gerd Xander diese Vorgangswiese. “Der Herr Landeshauptmann hat gesagt ‘Vertrau mir, verlass dich auf mich, ich werde das schon in Ordnung bringen, ich werde Sponsoren finden!’ Ich habe dem Herrn Landeshauptmann vertraut. Es war eine mehrfache Zusicherung mir und meinen Mitarbeitern gegenüber da”, gab er weiter zu Protokoll.

Ob diese Sache für die involvierten Banker strafrechtliche Folgen haben wird, prüft die Staatsanwaltschaft Klagenfurt im Rahmen ihrer Ermittlungen im Gesamtkomplex Hypo Alpe Adria, wo es “um eine Unzahl von Kreditvergaben und sonstigen Bankgeschäften geht”, wie Behördensprecher Helmut Jamnig erklärte. Der “rein monetäre Vorgang mit einer Überweisung ohne entsprechende Sicherheiten” sei “auch Gegenstand der Untersuchungen”, sagte Jamnig, der keine weiteren Details und vor allem keine Namen von Verdächtigen nennen wollte.

Klar scheint allerdings, dass im Zusammenhang mit der Zwei-Millionen-Dollar-Überweisung an das Formel 1-Team Minardi gegen Ex-Hypo-Vorstand Xander und die weiteren involvierten Banker der Verdacht der Untreue im Raum steht.

Friesacher? Koloini? Offensichtlich egal.

Abgesehen von der Überweisung zeigte sich Richterin Gerda Krausam auch dahingehend verwundert, dass die Bank Anfang Februar 2007 den dank der späten Überweisung der russischen Geschäftsleute plötzlich vorhandenen Überhang von rund 197.000 Euro an Haiders ehemaligen Protokollchef Franz Koloini ausbezahlte, obwohl das von Koloini zur Auflösung gebrachte Konto auf Patrick Friesacher lautete: “Koloini war ja nicht als Kontoinhaber ausgewiesen.” Einer der Banker erklärte daraufhin: “Es waren ja Sponsorvereinbarungen, und deshalb hat man dem Koloini als Vertreter des Landes mit seinem Wunsch entsprochen.”

Friesacher war lieber schnell als interessiert

Patrick Friesacher selbst hatte erst 2010 von dem auf seinen Namen angelegten Konto und der damit verbundenen Vorgänge erfahren, als ihn eine Tageszeitung telefonisch kontaktierte und damit konfrontierte. “Ich war im ersten Moment ganz baff und habe gar nicht gewusst, was ich sagen sollte. Ich hab’ gleich aufgelegt”, erinnerte sich der 31-Jährige im Zeugenstand. Was die für seine Formel 1-Ambitionen benötigten Sponsorgelder betrifft, habe er sich ganz auf seinen damaligen Manager verlassen. Dieser habe ihm “sehr viel versprochen”. Er selbst habe “ja acht Stunden am Tag trainiert, um die anderen Sachen habe ich mich nicht gekümmert.”

Friesachers Formel 1-Traum war nach nur elf Rennen geplatzt, als Minardi sich wegen ausbleibender Sponsorgelder nach einem anderen, finanzkräftigeren Fahrer umsah: “Da musste ich mein Cockpit räumen und bin ausgestiegen.”

Im Prozess gegen Franz Koloini werden morgen, Freitag, die Urteile erwartet.

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