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Gemeinsam gegen chronischen Schmerz

Referenten, Organisatoren und Gäste bei der Mehrerau-Fortbildungsveranstaltung
Referenten, Organisatoren und Gäste bei der Mehrerau-Fortbildungsveranstaltung ©A. J. Kopf
Chronische Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich. Das weiß, wer darunter leidet. Medizin, Pflege und Physiotherapie müssen zusammenarbeiten, um schmerzgeplagten Patienten zu helfen.
Sanatorium Mehrerau: Fortbildung in Höchst

Das war die wesentliche Aussage bei der Fortbildungsveranstaltung für Bedienstete des Sanatoriums Mehrerau. Die Gemeinde Höchst hatte dazu in die „Alte Schule“ in Höchst eingeladen.

 

Angeregt und organisiert durch Dr. Heike Flatz vom Sanatorium und mitgetragen vom Verein der Förderer des Sanatoriums wurde die Fortbildung erstmals außerhalb der Mehrerau angeboten. Bereits bei der Begrüßung der über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstrich Univ.-Prof. Dr. Egon Humpeler die Bedeutung der Zusammenarbeit. Oft sind es Pflegekräfte, die den Ärzten über Schmerzzustände von Patienten berichten. Und das oberste Ziel der gemeinsamen Bemühungen müsse die Schmerzfreiheit sein.

Mit Zuneigung gegen Schmerzen

Auch OA Dr. Otto Gehmacher vom Krankenhaus Hohenems unterstrich diese Aussagen in seinem Referat. Er informierte über verschiedene Schmerztherapien. Zwar gibt es meist eine körperliche Ursache für Schmerz, aber Depressionen, Mobbing, Burn out oder Partnerschaftsprobleme können aus einem akuten Schmerz chronische Schmerzen werden lassen. Neben Medikamentation  und Mobilisierung sind Zuneigung und Geduld notwendig und hilfreich – TLC – „Tender Love and Care”, also Zärtlichkeit, Liebe und Fürsorge.

Mobilisation statt Schonhaltung

DKGS Barbara Messner stimmte diesen Aussagen in ihrem Beitrag voller Überzeugung zu. Sowohl ihre Erfahrung in der Pflege als auch entsprechende Fortbildung zeigen ihr, wie entscheidend menschlicher Umgang gerade für Schmerzpatienten ist. „Wenn ich jemand den schmerzenden Rücken einreibe, dann wirkt das Handauflegen oft stärker als die Salbe.“ Patienten müssen ernst genommen werden, sie haben ein Recht auf verständliche Informationen. Allerdings darf die Pflege nicht zu sehr Rücksicht nehmen auf das Bemühen mancher Patienten, Schmerz durch möglichst wenig Bewegung zu vermeiden. Andauernde Schonhaltung führt zu Muskelschwund und so wieder zu verstärkten Schmerzen, erläuterte die erfahrene Fachpflegerin.

Heilgymnastik hilft oft auch gegen Depressionen

Damit war Stefan Plitzner, Physiotherapeut am Sanatorium Mehrerau, völlig einverstanden. Als dritter Referent setzte auch er auf Zusammenarbeit. Rehabilitation muss rechtzeitig einsetzen, weil Bewegung die beste Maßnahme gegen Schmerz ist. Auch der Physiotherapeut weiß, dass berufliche und soziale Probleme Rückenschmerzen verstärken können. Und er stellt fest, dass richtige Heilgymnastik auch gegen Depressionen wirken kann. Angehörige ersucht er darum, einem Patienten nicht aus Mitgefühl jede kleine Anstrengung abzunehmen. Die Mobilisierung ist hingegen wichtig.

Dank für die Initiative

Chefarzt Dr. Thomas Spiegel vom Sanatorium Mehrerau dankte für die Initiative. An der Veranstaltung nahmen auch Bürgermeister Werner Schneider und Friedrich Gehrer als aktive Mitglieder des Fördervereines teil. Ebenso folgten Gemeindearzt Dr. Erich Rüdisser, Höchst, MR Dr. Rudi Brugger, Bregenz, sowie Kurt Höpperger, Verwaltungsdirektor der Bregenzer Krankenhäuser, der Einladung. Im Anschluss an die Bildungsveranstaltung wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Förderverein des Sanatoriums zu einem Imbiss geladen, bevor es per Bus zurück zur Mehrerau ging.

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