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Gemeinden droht ein Finanz-Kollaps

Der Finanzexperte Andreas Pötzl gibt Bludesch Tipps zur künftigen Budgetkonsolidierung.
Der Finanzexperte Andreas Pötzl gibt Bludesch Tipps zur künftigen Budgetkonsolidierung. ©Hronek

Bludesch holt sich als erste Gemeinde im Land externe Fachleute zur Budgetkonsolidierung.
(amp) Sozialausgaben, Spitalserhaltung und Investitionen für die Gemeindeinfrastruktur „fressen“ die Gemeindebudgets buchstäblich auf. Dazu kommen meist noch hochverzinsliche Schulden aus der Vergangenheit, die zudem belasten. Den Weg, den vor allem steirische Kommunen bereits schon vor Jahren erfolgreich gegangen sind, will nun auch die Gemeinde Bludesch mit Bürgermeister Michael Tinkhauser beschreiten. Man holt sich Finanzspezialisten, wie Andreas Pötzl von der Integrated Consulting Group aus Graz als Berater an Bord. „Wir sehen uns nicht als externe Berater, sondern im Netzwerk mit der Politik“, ist Pötzl wichtig, dass Entscheidungen im Einvernehmen getroffen werden. Nach der Durchforstung der einzelnen Budgetpositionen sieht Pötzl durchaus Einsparungspotential, will sich aber nicht im Detail festlegen.

Kostenwahrheit
Für Pötzl geht es in erster Linie um Recherchen der Kostenwahrheit. Da muss man sich die einzelnen Gebühren ebenso anschauen, wie die Möglichkeiten von Kommunalsteuersätzen für künftige Arbeitsplätze. Vor allem bei den Gebühren und verschiedenen Sonderdienstleistungen habe man in Bludesch in der Vergangenheit großzügig zugeschaut. Pötzl sieht Bludesch da im Vergleich mit anderen Kommunen im Land als „Gebühren-Oase“. In Zeiten, in denen die Bedarfszuweisungen des Bundes und des Landes immer weniger „sprudeln“, muss sich die Gemeinde auf die eigenen Hinterbeine stellen. Durchleuchtet müssen auch die Kredite und deren Verzinsung werden. „Da liegt Potential in Umschuldungen“, ist Pötzl überzeugt.

Ausgeglichenes Budget
Ohne konkrete Maßnahmen schlittert Bludesch – wie viele andere Gemeinden im Lande auch – in ein Finanzdesaster. Ziel muss es sein, mittelfristig (innerhalb der nächsten fünf Jahre) zu einer ausgewogenen Budgetkonsolidierung zu kommen. „Statt dem voraussehbaren Abgang von rund 800.000 Euro pro Jahr ist ein Null-Defizitbudget das absolute Ziel“, macht Pötzl dem Bludescher Bürgermeister Michael Tinkhauser Hoffnung. Tinkhauser selbst hat in die Beratungen mit Pötzl seine mit den Finanzen betrauten Gemeindebediensteten, den Gemeindevorstand und den Finanzausschuss mit eingebunden. Über die Ergebnisse der Beratungen wird dann auch noch die Gemeindevertretung informiert.

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