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Gemeindechefs bleiben weiter vorwiegend männlich

V.l.nr: Die Bürgermeister aus Bregenz, Hohenems und Lustenau.
V.l.nr: Die Bürgermeister aus Bregenz, Hohenems und Lustenau. ©Lerch/VOL.AT
Von den 96 Vorarlberger Gemeinden werden derzeit lediglich acht von Bürgermeisterinnen regiert, das entspricht einem Anteil von 8,3 Prozent. Da mehrere der Ortschefinnen ankündigten, in Zukunft nicht mehr zur Verfügung zu stehen, bleiben die Gemeindestuben in Vorarlberg auch in Zukunft männlich dominiert. 22 Frauen stellen sich im September der Bürgermeister-Direktwahl.

Bregenz. Bereits im Vorfeld der im März Corona-bedingt abgesagten Gemeindevertretungswahlen hatten etwa Annette Sohler (Lingenau, Bregenzerwald), Judith Schilling-Grabher (Bildstein, Bezirk Bregenz) und Luzia Martin-Gabriel (Sonntag, Großes Walsertal) erklärt, nicht mehr antreten zu wollen, ebenso Gabriele Mähr. Die Bürgermeisterin von Schlins (Bezirk Feldkirch) verabschiedete sich aber anders als ihre Kolleginnen bereits aus dem Rathaus. Aus gesundheitlichen Gründen legte Mähr am 14. Mai nach sieben Jahren als Ortschefin "schweren Herzens" ihr Amt nieder und übergab ihre Funktionen an den bisherigen Vizebürgermeister.

22 Frauen treten an

Am 13. September rittern nun insgesamt 22 Frauen in 16 Gemeinden um den Sessel des Ortschefs. Damit sind von den 142 Wahlwerbern 15,5 Prozent weiblich. Die meisten Kandidatinnen gibt es in Hard am Bodensee, dort treten neben Amtsinhaberin Eva Maria Mair (ÖVP) auch Eva Hammerer (Grüne) und Sandra Jäckel (FPÖ) an. Jeweils zwei Frauen stehen in Dornbirn, Lustenau, Feldkirch und Frastanz (Bezirk Feldkirch) zur Wahl. Die Grünen bieten die meisten Bewerberinnen auf, nämlich sieben. Sie schicken neben den Politikerinnen in den genannten Gemeinden auch in Bregenz und Klaus (Bezirk Feldkirch) Frauen ins Rennen, neu hinzugekommen ist nach der Wahlabsage im März Michaela Müller in Höchst (Bezirk Bregenz).

SPÖ stellt in drei Gemeinden Frauen auf

Die SPÖ stellt in drei Gemeinden Frauen auf: Brigitte Baschny (Feldkirch), Manuela Lang (Lustenau) und Silvia Tiefenthaler (Frastanz). Dezidiert der ÖVP zuzurechnen sind fünf Wahlwerberinnen, darunter drei amtierende Bürgermeisterinnen: Andrea Kaufmann in Dornbirn, Angelika Schwarzmann in Alberschwende (Bregenzerwald) und Katharina Wöß-Krall in Rankweil (Bezirk Feldkirch). Diese drei dürften sicher im Sattel sitzen. Die NEOS konnten zu ihrem Bedauern keine Frau zu einer Kandidatur bewegen, die FPÖ mit Jäckel in Hard zumindest eine. Die übrigen Kandidatinnen gehen für Namenslisten ins Rennen.

Fünf jener Kandidatinnen, die aktuell nicht Gemeindeoberhaupt sind, treten jeweils gegen nur einen Mitbewerber an. In Tschagguns (Montafon) sowie in Röthis und Weiler (beide Bezirk Feldkirch) messen sich Andrea Tschofen-Netzer ("Gemeinsam für Tschagguns"), Gudrun Sturn ("Wir in Röthis") und Mechthild Bawart (Wir für Weiler "Liste Bürgerbeteiligung") mit den amtierenden Bürgermeistern. Bawart war bereits von 2000 bis 2010 Bürgermeisterin von Weiler und matcht sich nun mit ihrem Nachfolger. In St. Anton im Montafon und in Klaus bekommen es Alexandra Battlogg (ÖVP) und Reingard Hensler ("Klaus Blüht") als grünes Parteimitglied mit Konkurrenten zu tun, die nicht auf den Amtsbonus zählen können. Schafft Hensler die Mehrheit, wäre sie die erste grüne Bürgermeisterin in Vorarlberg.

In Zukunft mehr Gemeinden in weiblicher Hand?

In Fußach (Bezirk Bregenz) tritt Elisabeth Schneider ("Fußacher Wählergemeinschaft") zwar gegen zwei Mitbewerber an, könnte aber einen Vorteil haben, da sie für die Liste des scheidenden Bürgermeisters Ernst Blum kandidiert. Während Blum FPÖ-Mitglied ist, gilt das für Schneider nicht. In Raggal (Großes Walsertal) galt Alexandra Martin ("Zukunft Raggal") im März als logische Nachfolgerin von Hermann Manahl, nun muss sie sich ebenfalls gegen zwei Konkurrenten durchsetzen, um Bürgermeisterin zu werden.

Ob in Zukunft generell mehr Vorarlberger Gemeinden in weiblicher Hand sein werden, lässt sich im Vorfeld schwer sagen: In jenen 31 Kommunen, in denen keine Direktwahl stattfindet, wird der oder die Bürgermeisterin von der Gemeindevertretung bestimmt.

(APA)

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