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Geldflut kurbelt japanische Wirtschaft an

Japan wächst schneller als die USA.
Japan wächst schneller als die USA. ©AP
Die Geldflut zeigt Wirkung: Die japanische Wirtschaft ist im ersten Quartal überraschend stark gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Jänner bis März um 0,9 Prozent zum Vorquartal, wie die Regierung in Tokio am Donnerstag mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg von 0,7 Prozent gerechnet. Damit wuchs die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt schneller als USA, die ein Plus von 0,6 Prozent schaffte. "Wir haben einen guten Start erwischt", sagte Wirtschaftsminister Akira Amari.

Etwa die Hälfte des Wachstums geht auf das Konto der Exporte. Sie legten auch aufgrund des billigen Yen kräftig zu, der japanische Waren im Ausland günstiger macht. Er hat im Vergleich zum Euro seit Herbst etwa 30 Prozent an Wert verloren, weil die Notenbank binnen zwei Jahren umgerechnet mehr als eine Billion Euro in die Wirtschaft pumpen will. Auch der private Konsum – der etwa 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmacht – wuchs mit 0,9 Prozent robust. Ein Grund dafür ist der Boom am Aktienmarkt, der das Vermögen der Japaner mehrt. Dort sind die Kurse seit November im Schnitt um 70 Prozent gestiegen, was die Konsumlaune vieler Japaner gehoben hat.

Investitionen als Schwachstelle

Schwachstelle bleiben die Investitionen. Sie fielen überraschend um 0,7 Prozent, während Experten ein Plus von 0,7 Prozent erwartet hatten. Die Unternehmen stecken erst vor allem dann mehr Geld in neue Fabriken und Maschinen, wenn sie dauerhaft bessere Absatzperspektiven sehen.

Ökonomen sehen die kurzfristigen Perspektiven für die japanische Wirtschaft optimistisch. “In den kommenden Quartalen dürfe sie den Wachstumskurs fortsetzen”, sagte Commerzbank-Experte Marco Wagner. “Frühindikatoren wie die Geschäftserwartungen und das Verbrauchervertrauen sind seit Dezember stark gestiegen und befinden sich auf Niveaus wie im Sommer 2007.”

Erhebliche Risiken

Allerdings gibt es langfristig erhebliche Risiken. Japan ist so stark verschuldet wie kein anderes Industrieland. Diese Schulden müssen von einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung zurückbezahlt werden. Der private Konsum kann zudem durch steigende Preise für Energie und viele Waren gedämpft werden, weil der schwache Yen die Importe verteuert. Außerdem schwächelten zuletzt mit den USA und China die beiden wichtigsten Exportmärkte.

Japan litt jahrelang unter einer Wirtschaftsflaute und einer hartnäckigen Deflation, also einem Preisverfall auf breiter Front. Die Notenbank pumpt deshalb Geld in die Wirtschaft – vor allem über den Ankauf von Staatsanleihen, börsengehandelten Indexfonds und Immobilienfonds. Weil der Yen dadurch massiv abgewertet wurde, verschafft das den Exporteuren Vorteile auf den Weltmärkten. Die Autohersteller Toyota und Honda feierten auch deshalb Rekordabsätze

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt Japan in diesem Jahr ein Wachstum von 1,6 Prozent voraus. 2014 sollen es 1,4 Prozent sein.

(APA)

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