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"Geld darf keinen Vorrang vor Gesundheit haben"

Ludesch - "Arbeit kann unsere Gesundheit gefährden, aber nur, wenn wir es zulassen", sagt Franz Riepl, Bundessekretär der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN) beim Vorarlberger Auftakt der GMTN-Gesundheitskampagne am 19. November im Gemeindezentrum Ludesch.

Rund 60 BetriebsrätInnen und JugendvertrauensrätInnen aus dem Ländle waren der Einladung der GMTN gefolgt, um mehr über den Ablauf, die Schwerpunkte und ihre Mitwirkungsmöglichkeiten bei der Gesundheitskampagne zu erfahren.

“Auf die Frage, wie es geht, gibt es in Österreich eine Standardantwort: gut. Auch in der Arbeitswelt, gleichgültig, welchen Belastungen die Beschäftigten ausgesetzt sind”, sagt Riepl. Oft sei es fehlendes Gespür für Risiken und Gefahren, die auf den Arbeitsplätzen lauern, “aber auch die Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes. Gesundheitsvorsorge rangiert immer weiter unten und es herrscht die Meinung vor, dass Geld Vorrang vor allem hat. Dagegen haben wir ein Konzept, um das Gesundheitsbewusstsein in den Betrieben zu schärfen.” Gemeinsam werden BetriebsrätInnen, JugendvertrauensrätInnen, Sicherheitsvertrauenspersonen, BehindertenvertreterInnen und die Gewerkschaft im Rahmen der GMTN-Gesundheitskampagne ein Paket schnüren. Dazu gehören Seminare, Themenveranstaltungen, eine Befragung der ArbeitnehmerInnen in Zusammenarbeit mit dem IFES, umfassendes Informationsmaterial und Gesundheitstage in den Betrieben.

Schon viel geschehen? Noch nicht genug!

Unter dem Titel “Schon viel geschehen?” diskutierten Dr.in Brigitte Birnleitner, Leiterin der Personalabteilung der Getzner Textil AG, Toni Mathis, Betriebsratsvorsitzender der Wolford AG und Klaus Willi, Betriebsratsvorsitzender der Hydro Aluminium. Bei Hydro Aluminium war ein schwerer Arbeitsunfall Anlass für eine umfassende Unfallvorsorge im Betrieb. Mit konkreten Hilfestellungen und auch Prämien konnte so laut Klaus Willi die Zahl der Arbeitsunfälle von 54 auf heute 2 im Jahr gesenkt werden. Bei der Wolford AG gibt es seit vielen Jahren eine erfolgreiche Aktion, um MitarbeiterInnen dazu zu motivieren mit dem Rad zur Arbeit zu kommen. Mit Erfolg, wie Toni Mathis berichtete. Bei schönem Wetter kämen heute bereits 200 Beschäftigte täglich mit ihren Fahrrädern zur Arbeit. Dass auch den Firmen die Gesundheit der Beschäftigten ein ganz wichtiges Anliegen ist, schilderte Dr.in Brigitte Birnleiter. Die Gesundheitsförderung sei in den Unternehmenszielen verankert worden, in der Firma würden viele Gesundheitsaktionen stattfinden, wobei vor allem auch “sozialen Faktoren” wie der Kommunikation und dem Führungsverhalten großes Augenmerk geschenkt werde. “Das Betriebsklima betrifft jeden”. Einig waren sich alle drei, dass die Gesundheitsförderung im Betrieb ein ständiges Anliegen sei müsse. Ganz wichtig für einen Erfolg sei, dass alle – ArbeitgeberInnen wie ArbeitnehmerInnen – dafür an einem Strang ziehen. ORF-Moderatorin Ursula Kremmel betonte abschließend, dass bei der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz im Ländle bereits viel geschehen sei, aber noch immer genug zu tun bleibe. v Anschließend stellte Siegfried Birnleitner, Vorarlberger GMTN-Landessekretär, den TeilnehmerInnen die GMTN-Gesundheitskampagne vor, die auf fünf Schwerpunkten basiert: arbeitsbedingte Erkrankungen, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, Arbeitszeit und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit, alternsgerechtes Arbeiten und gesundes Verhalten bei der Arbeit. Das Herz der Kampagne seien allerdings die Motivation und die Aktivitäten der BetriebsrätInnen und JugendvertrauensrätInnen: “Ihr seid die Expertinnen und Experten in euren Betrieben, ihr kennt die Menschen mit ihren Problemen, Sorgen und Nöten. Wer wenn nicht ihr könnt gemeinsam mit eurer Gewerkschaft das Motto ‚Gesund in die Arbeit – gesund von der Arbeit’ dorthin tragen, wo es hin gehört, nämlich zu jedem einzelnen Arbeitsplatz”, sagt Birnleitner.

Bis ins Jahr 2010 sind mit der GMTN-Gesundheitskampagne viele Aktionen geplant. Alle Kampagneninfos und Downloads finden Sie unter: www.gmtn.at/gesundheit

Die GMTN-Gesundheitskampagne wird unterstützt von: Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger, Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz, Allgemeine Unfallversicherungsanstalt, Pensionsversicherungsanstalt, Gebietskrankenkassen und Arbeiterkammern.

Quelle: Aussendung GMTN/ÖGB

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