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Geisel-Mütter flehen um Freilassung

Die Mütter der im Irak entführten Ingenieure Thomas Nitzschke und René Bräunlich haben die Entführer ihrer Söhne um "Barmherzigkeit und Gnade" gebeten.

„Bitte lassen sie Thomas und Rene frei“, sagten die die Frauen am Donnerstag in der ARD-„Tagesschau“. Ihre Söhne seien unschuldig: „Thomas und René sind ohne politischen Hintergrund in den Irak gereist. Sie hatten nie die Absicht, ihrem Land zu schaden.“ Die Familien der beiden Männer hätten große Angst um deren Leben, nachdem sie diese im Fernsehen gesehen hätten. Besonders die Frauen der beiden Geiseln seien in größter Sorge.

Die Lage der beiden deutschen Geiseln im Irak hat sich nach Ansicht des Terror-Experten Rolf Tophoven extrem verschärft. „Mit dem neuen Video ist ein Nervenkrieg zwischen den Entführern und der (deutschen) Bundesregierung entfesselt worden“, sagte Tophoven am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP.

Die Kidnapper bauten mit der Stellung eines Ultimatums einen enormen Druck auf und bezögen dafür die Medien mit ein. Der arabische Sender Al Jazeera hatte am Dienstag erneut ein Video mit den Ingenieuren Thomas Nitzschke und Rene Bräunlich gezeigt.

Außerdem drohten die Entführer mit der Ermordung der Geiseln, falls ihre Forderungen nicht innerhalb von drei Tagen erfüllt würden. Die Entführer seien sehr viel aggressiver aufgetreten als im ersten Video, sagte Tophoven. Nach seiner Aussage gab es zwar in der Vergangenheit immer wieder Entführungen, bei denen Fristen verlängert worden seien. „Aber die Lage hat sich deutlich verschlimmert.“

Grund zur Sorge sei auch, dass der Name der Gruppe auf eine Nähe zur Umgebung des Terroristenführers Abu Mussab al-Zarqawi hindeute. Die Chancen, Nitzschke und Bräunlich mit Lösegeld freizubekommen, seien deshalb deutlich geringer. Eine Befreiungsaktion sei nach jetzigem Stand unrealistisch. So würden Spezialeinheiten der Bundeswehr sofort als Kämpfer im Irak angesehen. Auch der Einsatz britischer oder amerikanischer Truppen komme derzeit nicht in Frage. „Das geht nicht, so lange es keine klaren Aufklärungsergebnisse über den Ort der Kidnapper und ihren Geiseln gibt“, sagte Tophoven.

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