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Geheimagent mit Ladehemmung: Bond Blood Stone

James Bond effektvoll inszeniert: Blood Stone.
James Bond effektvoll inszeniert: Blood Stone. ©Waibel
Der Opener gereicht einem Bond-Streifen neuester Machart zur Ehre: Ein fulminanter Mix aus Geballer, Gewalt, Verfolgungsjagden, coolen Dialogen und einem smarten Daniel Craig als Geheimagent ihrer Majestät. Da stellte sich doch gleich die Frage, ob sich dieses hohe Darbietungsniveau bis zum Ende des Games halten kann.
James Bond Bloodstone

Wie auch auf der Leinwand, zeigt sich Bond in den ersten Minuten des Einstiegs von seiner überzeugendsten Seite. Im Anschluss an die bildgewaltige Intro-Spielsequenz, in der der Martinischlürfer in den Diensten des MI6 wieder einmal die Welt, oder zumindest einen großen Teil davon und mit dazu die wichtigsten Politiker der West-Staaten rettet, singt Joss Stone stimmgewaltig „I’ll Take It All“, während die Hintergründe der brandneuen Story im typischen Bond-Stil präsentiert werden. Jede Menge Edelsteine, schnelle Flitzer, was angesichts der Entwickler Bizarre Creations auch nicht weiter überrascht, schonungslose Action und die unvermeidlichen sexy Bondgirls stimmen auf kommende Abenteuer ein.

Natürlich ist auch Bonds Chefin M wieder mit von der Partie, somit wäre eigentlich für spannungsgeladene Wortgefechte zwischen den beiden Filmgrößen gesorgt. James wird von der resoluten Vorgesetzten auf eine Mission nach Istanbul geschickt. Ein für das Militär in einem biotechnologischen Waffenprojekt tätiger Wissenschaftler wird vermisst. Da der MI6 den Hinweis bekommt, dass der Eierkopf noch lebt und mit ihm auch hochbrisante Dokumente verschwunden sind, muss Bond ran.

Für die abenteuerliche Geschichte zeichnet Bruce Feirstein verantwortlich, welcher auch die Drehbücher zu „Golden Eye“, „Der Morgen stirbt nie“ und „Die Welt ist nicht genug“ verfasst hat. Der Rahmen stimmt also.

Nach dem Start in Griechenland, der als Prequel zum eigentlichen Intro ausgelegt ist und wo Bond einen Bombenanschlag verhindert, geht die eigentliche Geschichte los. Bond landet mit dem Fallschirm auf einer Yacht, bringt ein paar Schurken um die Ecke, rettet sich vom explodierenden Kutter und liefert sich ein genial inszeniertes Schnellbootrennen mit den Bösewichtern. Im Ansatz geht es das ganze Spiel so flott inszeniert weiter, wenngleich das Tempo nach dem Intro wieder etwas abflacht. Ständige Schusswechsel und Nahkampfeinlagen wechseln mit Autoverfolgungsjagden, die qualitativ etwas hinter den Erwartungen zurückbleiben. Mit Bizarre Creations hätte Activision ja eigentlich einen Entwickler an der Hand gehabt, der sich mit so etwas auskennt. Umso mehr enttäuscht das ungenaue Fahrverhalten der Flitzer. Unfaire Stellen im Spiel, wie das Erledigen von Gegnern auf Zeit nerven ob der schlechten Erklärung der Missionen. Oft geht nur Trial and Error.

Nach gut 6 bis 7 Stunden ist das Geschehen leider schon vorbei, selbst für eher unerfahrene Spieler, da werden Profis wohl eher enttäuscht sein. Nach dem einmaligen Durchspielen wird ein neuer, höherer Schwierigkeitsgrad freigeschaltet.

Alternativ können sich Gamer dann auch in den mit an Bord befindlichen Multiplayer stürzen, der mit unterschiedlichen Modi aufwarten, jedoch nur mit dem Deathmatchmodus wirklich punkten kann.

Technisch ist „Blood Stone“ kein schlechtes Bondspiel geworden, im Gegenteil, sicher eines der besten nach „Golden Eye“. Die Atmosphäre des Films wird gut eingefangen. Die Mimik in den Dialogen hätte etwas ausdruckstärker ausfallen können, auch enttäuschen zuweilen matschige Texturen. Die Synchro ist ebenfalls sehr gelungen, so leihen mit den Originalsynchronsprechern von Daniel Craig und Judy Dench zwei echte Vollprofis den Protagonisten im Game ihre Stimme.

Fazit:

Wenn man sich die Frage stellt, ob „Blood Stone“ ein gutes Bondspiel geworden ist, so möchte ich zur Antwort geben, dass das Steak englisch leider von vielen zähen Sehnen durchzogen ist. In vielen Bereichen hätte dem Titel etwas mehr Feinschliff gut getan, außerdem enttäuscht der Titel in Sachen Umfang. Die Bond-Atmosphäre wurde gut eingefangen, manchem HC-Zocker ist wohl der Schwierigkeitsgrad oder der Grad an möglicher Interaktivität zu niedrig. Als Titel ohne die Bond Lizenz würde das Game nur als mittelmäßiger Action-Shooter mit Fahrzeugeinlagen nur leidlich überzeugen. Durch die blutrote Bond-Fanbrille betrachtet, bleibt ein flottes Geheimagenten-Spektakel mit zu geringem Mehr- und Wiederspielwert.

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