Gegner der Homo-Ehe in Irland räumen Niederlage ein

Umfragen sehen einen Sieg für die Homoehe
Umfragen sehen einen Sieg für die Homoehe
Die Gegner einer Legalisierung der Homo-Ehe in Irland haben bereits kurz nach Beginn der Stimmenauszählung ihre Niederlage bei dem nationalen Referendum eingeräumt.

Es gebe offensichtlich einen “sehr beeindruckenden Sieg” der Befürworter der Homo-Ehe, sagte einer der Anführer der Nein-Kampagne, David Quinn vom katholisch orientierten Institut Iona, am Samstag dem Sender RTE.

Zeitenwende im streng katholischen Irland

Die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe würde für das streng katholische Land eine Zeitenwende bedeuten. Ein erstes landesweites Resultat des Referendums sollte am Nachmittag vorliegen.

Erste Ergebnisse bei der am Samstagmorgen begonnenen öffentlichen Auszählung zeigen einen Vorsprung des “Ja”-Lagers im Verhältnis von etwa 2:1. Das berichten irische Medien aus den Stimmkreisen. Insgesamt waren bis zu 3,2 Millionen Iren zur Stimmabgabe aufgerufen.

Sollte sich der Trend bestätigen, würde das stark katholisch geprägte Irland Geschichte schreiben: Die Republik wäre das erste Land, das per Volksentscheid Eheschließungen gleichgeschlechtlicher Paare ermöglicht. Regierungsvertreter rechneten am Samstagvormittag mit einer  Wahlbeteiligung von über 65 Prozent. Vor allem junge Wähler waren teilweise aus dem Ausland in ihre irische Heimat zurückgeflogen, um von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

“Die Stimmboxen sind geöffnet, es ist ein Ja”, schrieb der für Gleichstellung zuständige Staatssekretär Aodhan O Riordain im Kurznachrichtendienst Twitter. Die Stimmenauszählung startete um 09.00 Uhr (Ortszeit, 10.00 Uhr MESZ).

Homosexualität in Irland seit 1993 unter Strafe

Bis 1993 stand Homosexualität in Irland noch unter Strafe. Seit vier Jahren können Schwule und Lesben ihre Partnerschaften zwar eintragen lassen, eine wirkliche Gleichstellung mit heterosexuellen Paaren blieb ihnen aber verwehrt. Bei einem Sieg der Befürworter müsste die irische Verfassung geändert werden.

Ministerpräsident Enda Kenny hatte wie alle großen Parteien für die Homo-Ehe geworben. Die Volksbefragung bestimme das künftige Bild des Landes und berühre Fragen von “Toleranz”, “Respekt”, “Verständnis” und “Sensibilität”. Die katholische Kirche lief Sturm. Doch mehrere Skandale um Kindesmissbrauch haben den Einfluss der einst in Irland übermächtigen Institution schwinden lassen. (APA)

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