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Geglückter Start und Träume

Fußballprofi Murad Gerdi wagte im Sommer den Sprung vom Vorarlberger Regionalligisten FC Hard nach Jemen.

14 Mannschaften kämpfen in der ersten Liga im Jemen um Meisterehren. Unter den Fußballprofis erstmals auch ein in Vorarlberg geborener, irakisch-stämmiger Mittelfeldspieler. Murad Gerdi verließ im Sommer den FC Hard und unterschrieb beim jemenitischen Erstligisten Al Telal einen Einjahresvertrag. Insgesamt fünf Legionäre – aus dem Senegal, Jordanien, Kongo, Äthiopien sowie Österreich scheinen im Profikader auf. Im Training wird laut Gerdi vor allem Arabisch gesprochen, “aber auch ein wenig Englisch”. Nicht alle Kaderspieler – insgesamt 22 – sind Vollprofis. Die Fußballbegeisterung in Jemen ist jedoch groß. “Bis zu 20.000 Zuschauer kommen zu unseren Heimspielen”, berichtet Gerdi. Was aber bewegte den 23-Jährigen, der im Ländle aufgewachsen und die Fußballschule der Akademie Vorarlberg genossen hat, den Schritt in den Nahen Osten auf die arabische Halbinsel zu wagen? “Ich bin dem Ruf von Kawa Ibrahim gefolgt”, schmunzelt der Rechtsfuß. Der Tormanntrainer aus dem Irak weilte diesen Sommer im Ländle und ist ein Bekannter der Familie. Zusammen mit dem ehemaligen irakischen Nationaltrainer, Akram Salman, wechselte Kawa im Sommer von Jordanien nach Jemen. Gerdi folgte nach kurzer Nachdenkphase dem Angebot seines Landsmannes. “Für mich ist das alles wie ein neues Leben”, erzählt er von seinen ersten Eindrücken. “Ein neues Land, eine neue Mentalität und eine andere Einstellung zum Fußball.”

Traum vom Nationalteam

Mit seinem Klub Al Telal, der in der Vorsaison in Asien an der Champions League teilgenommen hat, will Gerdi den Titel holen. “Vielleicht haben wir auch diese Saison eine Chance auf die Champions League, weil der qualifizierte Klub finanzielle Probleme hat”, so Gerdi. Der Start in die neue Saison jedenfalls ist geglückt. Nach einem 0:0-Heimremis gegen Al Wahda Sanaa gewann man das erste Auswärtsspiel bei Al Helal Huadayda klar mit 4:0. Gerdi ist schon ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. “Ich bin körperlich fit, das Training passt”, so Gerdi. Über das tägliche Leben im dem streng islamischen Land möchte der Fußballer nicht allzu viel erzählen. Lieber konzentriert er sich auf das runde Leder. Dank Internet (Skype bzw. Facebook) ist er täglich mit Vorarlberg in Verbindung. “Ich will ja wissen, wie es den Fußballklubs geht”, sagt Gerdi. Er hat sich hohe Ziele gesetzt. Über den Umweg Jemen möchte er sich im Ausland profilieren – und eventuell auch den Sprung in die Nationalelf des Irak schaffen. “Er kann es schaffen, wenn er hart arbeitet”, ist auch sein Trainer Akram Salman überzeugt.

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