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Gefährliche Suche in Londoner Hochhaus unterbrochen - Opferzahl steigt weiter

Hoffnung für noch Vermisste schwindet.
Hoffnung für noch Vermisste schwindet. ©AP
Nach dem Hochhausbrand in London ist die Zahl der Todesopfer auf 17 gestiegen. Wie die Londoner Polizei am Donnerstag weiter sagte, wird mit noch höheren Opferzahlen gerechnet. Bisher waren zwölf Opfer bestätigt. Einem Medienbericht zufolge gelten immer noch 65 Menschen als vermisst. Es sei zu befürchten, dass sie ums Leben gekommen seien, berichtete die Zeitung "The Sun" am Freitag.
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Feuer-Inferno in London

Nach der Brandkatastrophe hat die britische Premierministerin Theresa May eine “sorgfältige Untersuchung” angekündigt. Wenn aus dem Feuer Konsequenzen zu ziehen seien, würden Maßnahmen ergriffen, sagte May am Mittwochabend.

Die Regierungschefin würdigte den Einsatz der Rettungskräfte und sprach den Betroffenen ihre Anteilnahme aus. “Heute Abend haben viele Menschen keinen Ort, wo sie hingehen können, sie haben absolut alles verloren. Ihnen zu helfen, muss für uns im Mittelpunkt stehen.”

AFP
AFP ©Spenden für die Menschen, die alles verloren haben – AFP

Bei dem gewaltigen Brand wurden am Mittwoch 65 Menschen von der Feuerwehr aus den Flammen gerettet, anderen gelang selbst die Flucht. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden mindestens 78 Patienten in Kliniken behandelt, 18 von ihnen seien in einem kritischen Zustand. In dem Sozialbau mit 120 Wohnungen lebten britischen Medienberichten zufolge zwischen 400 und 600 Menschen.

Brandursache weiter unklar

Die Ursache des Brands blieb zunächst unklar. Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan versprach umfassende Aufklärung. “Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden.”

Der britische Brandschutz-Experte Jon Hall nannte den Brand im Grenfell Tower einen Unfall, wie er in der Dritten Welt vorkomme. “Alle Bestandteile der Feuersicherheit und des Gebäudemanagements” müssten versagt haben, vermutete er auf Twitter.

Die Londoner Feuerwehr brach die Suche nach weiteren Opfern im ausgebrannten Hochhaus vorerst ab. Die Ränder des Gebäudes seien strukturell nicht sicher, sagte Feuerwehrchefin Dany Cotton am Donnerstag. “Ich schicke keine Feuerwehrleute da rein.”

Cotton kündigte an, mit einem Spezialteam und mit Hunden in das Gebäude zu gehen – weil Hunde leichter sind. Der Kern des Gebäudes sei strukturell sicher – gefährlich sei es am Rand der oberen Etagen. Anhand von Fingerabdrücken solle geklärt werden, wer alles im Gebäude war. Das alles könne Wochen dauern. Cotton sagte, die Rettungskräfte gingen nicht davon aus, noch jemanden lebend zu finden.

Haus brannte am Morgen immer noch

In der Früh, mehr als 24 Stunden nach dem Ausbruch des verheerenden Feuers, kam noch immer Rauch aus dem Haus. Es gebe noch Brandnester, sagte Cotton. Die Feuerwehr habe alle 24 Stockwerke kurz durchsuchen können. Für eine gründlichere Suche müssten vor allem die oberen Stockwerke erst gesichert werden.

Nach Angaben von Bewohnern brannte das Hochhaus, dessen Fassade im Zuge einer größeren Renovierung bis ins vergangene Jahr neu verkleidet wurde, zuerst von außen. Das verbaute Dämmmaterial habe wohl zur schnellen Ausbreitung des Feuers beigetragen, sagten Experten.

Die Betreibergesellschaft KCTMO erklärte, über die langjährigen Klagen der Bewohner über Missstände “auf dem Laufenden” gewesen zu sein. Es sei aber noch zu früh, über die Ursachen des Brandes zu spekulieren. Die für die Renovierung zuständige Firma Rydon erklärte, bei der knapp zehn Millionen Euro teuren Maßnahme seien alle Brandschutz- und Sicherheitsvorschriften eingehalten worden.

Das Gebäude wurde 1974 erbaut und war von 2014 bis 2016 saniert worden. Es hatte bereits Beschwerden über unzureichenden Brandschutz in dem Hochhaus gegeben.

Auch Königsfamilie spendete

Auch Königin Elizabeth II. drückte ihre Anteilnahme aus. Ihre Gedanken und Gebete seien bei den Familien, die Angehörige verloren hätten, sowie bei den vielen Menschen, die schwer verletzt im Krankenhaus lägen, teilte der Buckingham-Palast mit. Es sei ermutigend, zu sehen, wie viele Freiwillige nun zur Hilfe kämen. Hunderte Londoner spendeten Decken, Kleider oder Babynahrung für die Bewohner. Auch mehr als eine Million Pfund (1,14 Mio. Euro) an Spendengeldern kamen zusammen. Auch Prinz William und seine Frau Kate spendeten.

(APA/dpa)

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