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Gebrüder Weiss mit Umsatzplus

Der international tätige Vorarlberger Transport- und Logistikkonzern Gebrüder Weiss konnte im Vorjahr seine Umsätze um 11,5 Prozent auf 789,3 Mio. Euro steigern.

Das Vorsteuerergebnis (EGT) erhöhte sich gegenüber 2004 um 12,8 Prozent auf 49,3 Mio. Euro. Die Eigenkapitalquote stieg auf 49,8 Prozent (2004: 47,1 Prozent), der Cash-Flow für 2005 wird mit 53,5 Mio. Euro (2004: 48,4 Mio.) beziffert. Mit dieser gut gefüllten Kriegskasse will das Familien-Unternehmen weiter expandieren und bis spätestens 2010 die 1-Mrd.-Umsatzgrenze überschreiten, hieß es am Freitag vor Journalisten in Wien.

„Das Jahr 2005 hat relativ schwierig begonnen“, so Vorstandsvorsitzender Wolfgang Niessner. Neben Ölpreis und Konjunkturstau habe auch die Lkw-Maut auf die Marge gedrückt. Das habe dazu geführt habe, dass man an der Kostenseite gedreht und sich auf die eigene Wertschöpfung konzentriert habe, hieß es. Bei den Wachstumserwartungen rechnet der Spediteur dennoch mit 25 Prozent mehr Umsätzen jährlich. Die Schallgrenze von einer Milliarde rücke damit in zwei bis drei Jahren in erreichbare Nähe. In Mittel- und Osteuropa sei eine Steigerung von derzeit 25 Prozent Wertschöpfung auf 30 Prozent Ziel in den nächsten Jahren.

Der größte Teil der Wertschöpfung wird mit 31 Prozent nach wie vor durch den internationalen Landverkehr erwirtschaftet. Die am stärksten wachsenden Bereiche sind die Logistik mit 25 Prozent und der Bereich Air & Sea (11 Prozent). Die „Cash-Cow“ bleibt weiterhin der Bereich Kurier, Express und Paketdienst (KEP) mit 17 Prozent, hieß es. Das Deutschland-Geschäft habe sich zulasten von DHL gut entwickelt, so Vorstand Peter Kloiber. Bei der System-Menge konnte man um 8 Prozent zulegen, international sei das Unternehmen zweistellig gewachsen. Der nationale Verkehr fährt 11 Prozent des Gesamtergebnisses ein, der Zoll 5 Prozent.

Man sei weiter daran interessiert, den Ausbau der Geschäftsbereiche „aus eigener Kraft zu finanzieren und unabhängig von den Banken zu agieren“, erklärte Finanzvorstand Wolfram Senger-Weiss. Auch Niessner betonte, dass an der Unabhängigkeit der Gebrüder Weiss nicht gerüttelt werden wird. Man sei zuversichtlich, das laufende Investitionsprogramm von jährlich umgerechnet 50 Mio. Euro in den nächsten Jahren großteils aus dem Cash-Flow finanzieren zu können.

Strategisch will sich die Vorarlberger Firma stärker im Bereich Logistik und Logistik-Lösungen engagieren. Dort habe man „markante Zuwachsraten“. So fuhr der Bereich Lagerlogistik 2005 eine Steigerung von 35 Prozent ein. Die Binnenschifffahrt und die Projekt-Spedition, der Transport von überdimensionierten Gütern, gelten als neue Geschäftsfelder.

Als Umsatzträger gewinnen neben Österreich die Länder Mittel- und Osteuropas an Bedeutung. In den USA hat der Konzern seine Stellung mit zwei weiteren Standorten ausgebaut. In Kanada wurde eine Niederlassung eröffnet. Im wichtigen Wachstumsmarkt China sind im Vorjahr drei neue Standorte – zwei davon im Landesinneren – dazugekommen. Auch in der Mongolei hat das Unternehmen eine Repräsentanz eröffnet, nach dem rohstoffreichen Kasachstan strecke man die Fühler über Partner aus.

Das Familien-Unternehmen verstehe sich aber weiter als „Regional Player“ mit weltweitem Netzwerk, so Niessner. Die “österreichische Basis ist das Fundament unserer internationalen Erfolge und wird daher weiter gefestigt“. Neben dem neuen Terminal in Maria Lanzendorf in der Größe von 9 Fußballfeldern – der Umzug soll am 1. Juni 2006 sein – werden auch die Standorte in Wels-Pernau (OÖ), Maria Saal/Klagenfurt und Wörgl (Tirol) ausgebaut.

Insgesamt wurden 2005 sechs neue Standorte eröffnet und der Mitarbeiterstand um 219 auf insgesamt 3.627 Personen aufgestockt. Mit den jüngsten internationalen Erweiterungen besitzt der Gebrüder Weiss-Konzern über 134 Standorte. Der Schwerpunkt liegt nach wie vor in der Region Österreich, Deutschland, Schweiz, sowie neun Ländern Mittel- und Osteuropas. In Rumänien bereitet man noch dieses Jahr einen Zukauf bzw. eine Übernahme vor, hieß es. Albanien und Mazedonien seien Mittelfristprojekte. In der Ukraine stehe man zwar noch am Anfang, im Air & Sea-Bereich habe man aber den Hafen Konstanza zugekauft. Über Dubai soll der Mittlere Osten bis an die Grenzen von Afghanistan und Pakistan erschlossen werden, so die optimistische Hoffnung von Air & Sea-Vorstand Heinz Senger-Weiss.

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