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GB: Intensives Vorgehen war nötig

Mit ihrem Großeinsatz in London gegen eine vermutete Bombenwerkstatt haben britische Sicherheitskräfte am Freitag möglicherweise neue Terrorangriffe verhindert.

„Uns lagen Hinweise vor, die ein intensives Vorgehen zwingend erforderlich machten“, erklärte der Chef der Anti-Terrorspezialeinheit der Londoner Polizei, Peter Clarke, nach dem Einsatz.

Clarke sagte, die Polizei setze „nach konkreten Hinweisen von Geheimdiensten“ ihre Anti-Terror-Operationen fort. Damit solle „die Sicherheit der Öffentlichkeit zu gewährleistet werden“. Wegen der laufenden Ermittlungen könnten vorerst keine Einzelheiten veröffentlicht werden.

Bei dem Sturmangriff auf eine Wohnung im Ost-Londoner Einwandererviertel Forest Gate wurde ein mutmaßlicher Terrorist angeschossen. Eine Kommission von Scotland Yard untersucht, ob der Schusswaffengebrauch gegen den nach ersten Erkenntnissen unbewaffneten Mann gerechtfertigt war. An der Aktion war dasselbe Polizeikommando beteiligt, dessen Angehörige am 22. Juli 2005 in London den Brasilianer Jean Charles de Menezes fälschlicherweise für einen Terroristen gehalten und erschossen hatten.

Bei dem Angeschossenen und einer festgenommenen Person handelt es sich nach Angaben des Senders BBC um Brüder. Nach Polizeidarstellung vollzogen die Beamten einen Haftbefehl gegen beide Männer wegen der Vorbereitung von Terroranschlägen, der nach den verschärften Gesetzen zur Bekämpfung von Terrorismus erlassen wurde. Zudem sei noch ein 20-jähriger Mann festgenommen worden. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe wurden zunächst nicht genannt. Er wurde laut Clarke aber auf dem Kommissariat Paddington Green befragt, wo üblicherweise Terrorverdächtige vernommen werden.

Nachbarn sagten, in dem durchsuchten Haus habe seit Jahren eine Familie mit vier jugendlichen Kindern gewohnt. Sie beschrieben die Männer als freundliche Moslems, die bisher nicht negativ aufgefallen seien. In dem Viertel wohnen neben Briten vor allem Bengalen, Pakistanis und Osteuropäer.

An der Operation, die gegen 04.00 Uhr am frühen Morgen begann, waren bis zu 250 Polizisten beteiligt – viele von ihnen in Kampfausrüstungen sowie in Schutzkleidung gegen chemische und biologische Wirkstoffe. Nach Einschätzung von Sicherheitsexperten fand die Polizei in der betroffenen Wohnung jedoch keine wirklich gefährlichen Kampfstoffe oder Bomben, sondern vermutlich höchstens Materialien, die für die Fertigung verwendet werden könnten. Ansonsten wäre das Wohngebiet evakuiert worden, hieß es bei der BBC. Scotland Yard hatte aber ein Flugverbot über dem betroffenen Stadtgebiet verhängt.

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