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GB: Hassprediger Bakri greift Regierung an

Der aus Großbritannien verbannte Hassprediger Omar Bakri hat der britischen Regierung vorgeworfen, mit ihrem harten Vorgehen gegen Islamisten davon abzulenken.

Die Regierung tue dies, da sie die Drahtzieher der Londoner Bombenanschläge nicht habe ermitteln können.

Bakri, der nach seiner Ausreise nach Libanon nicht wieder nach Großbritannien zurückkehren darf, sagte dem britischen Senders Sky News in Beirut weiter, der „Druck“, den die Regierung in London auf die mpslemische Gemeinschaft im Land ausgeübt habe, habe zu den Selbstmordanschlägen geführt. Am 7. Juli hatten sich vier Männer in drei U-Bahnen und einem Bus in London in die Luft gesprengt und dabei 52 Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 700 Menschen wurden dabei verletzt.

Er selbst habe wegen der “üblen Politik“ der Regierung in London nicht die Absicht, nach Großbritannien zurückzukehren – selbst wenn er könnte. Bakri, der rund 20 Jahre lang in Großbritannien lebte, hatte unter anderem die Terroristen des 11. September 2001 verherrlicht und gesagt, er werde keinen Moslem verraten, der Anschläge plane. Nachdem er im vergangenen Monat das Land verlassen hatte, erklärte die britische Regierung, er dürfe nie mehr einreisen.

Erstmals seit den beiden Londoner Anschlagsserien im Juli haben unterdessen die Fahrer der zwei betroffenen Busse ihre Arbeit wieder aufgenommen. George Psaradakis und Mark Maybanks trafen am Mittwoch im Busdepot in Stratford im Osten Londons ein, um sich wieder ans Steuer zu setzen. Das Busunternehmen habe ihnen angeboten, auf anderen Strecken zu fahren, sagte der 38-jährige Maybanks. „Aber wir sagten, nein, wir werden auf unsere alten Routen zurückgehen, weil wir keine Angst haben, sie zu bedienen. Wenn du dich deinen Ängsten nicht stellst, machen sie dich fertig.“ Am 21. Juli war Maybanks mit seinem Bus der Linie 26 im Osten Londons nur knapp einem Unglück entgangen, weil eine Bombe nicht detonierte.

Der 49-jährige Psaradakis sagte, obwohl er doch „ein bisschen Respekt“ habe, wolle er seine Angst besiegen, indem er an den Ort des Unglücks zurückkehre. Am 7. Juli war an Bord seines Busses am Tavistock Square im Zentrum Londons eine Bombe hochgegangen. Dabei starben 13 Menschen, unter ihnen der mutmaßliche Attentäter Hasib Mir Hussein. „Dieser Augenblick, dieser fürchterliche Augenblick, wird immer in meinem Kopf und meinem Herzen bleiben“, sagte Psaradakis. „Das, was ich gesehen habe, war ein Blutbad, und es hat mich tief berührt.“ Psaradakis hatte nach der Detonation verletzten Passagieren auf die Straße geholfen und tauchte später blutüberströmt und immer noch vor Schock zitternd in einem elf Kilometer entfernten Krankenhaus im Westen der britischen Hauptstadt auf.

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