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GB: Erste Festnahmen nach Millionenraub

Zwei Tage nach dem größten Geldraub der britischen Geschichte hat die Polizei Phantombilder eines der Haupttäter veröffentlicht. Drei Personen wurden bislang festgenommen.

Zugleich baten die Ermittler noch einmal eindringlich um Hinweise und versprachen Zeugen, die sich bedroht fühlen sollten, umfangreichen Schutz. Die Ermittlungen zu dem Raub von umgerechnet mehr als 70 Millionen Euro würden von mehr als 100 Kriminalisten „auf Hochtouren geführt“, versicherte der stellvertretende Polizeichef der Grafschaft Kent, Adrian Leppard, am Freitag vor Journalisten.

„Sie werden vielleicht Angst haben“, sagte er und wandte sich direkt an potenzielle Informanten. „Aber ich fordere Sie dringend auf, sich zu melden. Wir werden Sie beschützen.“ Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, war eine Belohnung von umgerechnet fast drei Millionen Euro ausgesetzt worden. Die Phantombilder zeigen einen Europäer mit klaren offenen Gesichtszügen, sowohl mit als auch ohne Bart und Polizeimütze. Die Täter hatten sich als Polizisten getarnt. Die Bilder entstanden unter anderem nach Angaben des zeitweilig entführten Direktors des überfallenen Gelddepots in der südostenglischen Ortschaft Tonbridge.

Die Ermittler setzten am Freitag die Vernehmung von drei Verdächtigen fort, die jedoch nicht zu den Haupttätern gerechnet werden. Unter den Festgenommenen ist eine 41-jährige Frau, die rund 6.000 Pfund (8.820 Euro) bei einer Bausparkasse südlich von London einzahlen wollte. Das Geld war mit Banderolen des Depots in Tonbridge umbunden. Am Donnerstagabend hatten Fahnder auch eine 31-jährige Frau und einen 29-jährigen Mann in Haft genommen, die ebenfalls verdächtigt wurden, Diebesgut aus dem Raub besessen zu haben.

Nach Einschätzung britischer Medien erhärtete sich der Verdacht, dass die Millionräuber mit dem größten Teil ihrer Beute bereits ins Ausland geflohen sein könnten. Großbritannien habe deshalb die internationale Polizeibehörde Interpol eingeschaltet. Angesichts der detaillierten Planung für den Raubüberfall sowie deren präziser und entschlossener Umsetzung sei davon auszugehen, dass die „Profigangster“ auch die Sicherung und Verteilung des Raubguts im Voraus genau festgelegt hatten, sagte der Fachmann für Geldwäsche- Kriminalität, David Hutchinson, der BBC. „Die Täter dürften dafür gesorgt haben, dass zumindest der größte Teil der Beute in Sicherheit ist.“

Die Polizei untersuchte am Freitag auch Spuren in drei Autos, die im Zusammenhang mit dem Raubüberall auf das Gelddepot in der südostenglischen Ortschaft Tonbridge von Tätern gefahren wurden. Dabei handelte es sich um zwei Fahrzeuge, die zur Entführung des Direktors des Depots sowie seiner Familie benutzt worden waren, sowie um den Wagen, den die Täter dem Direktor weggenommen hatten. Die Familie stehe immer noch unter Schock, sagte Leppard. Der Sohn, der ausgerechnet am Freitag seinen neunten Geburtstag hatte, leide unter einem Trauma. „Er hat viele Geschenke bekommen, und wir bringen ihm auch noch welche“, sagte Leppard.

Bei dem Aufsehen erregenden Geldraub hatten mindestens sechs als Polizisten getarnte und schwer bewaffnete Täter bis zu 50 Millionen Pfund (73,5 Mio. Euro) erbeutet. Die Schadenssumme könne unter Umständen noch höher sein, erklärte die Polizei. Wegen der anhaltenden Spurensicherung in dem Gelddepot hätten Angestellte die übrig gebliebenen Bargeldbestände noch nicht exakt zählen können.

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