AA

Gaza-Bericht an UNO-Sicherheitsrat überwiesen

Untersucht wurden mögliche Kriegsverbrechen
Untersucht wurden mögliche Kriegsverbrechen ©APA (epa/Archiv)
Der UN-Menschenrechtsrat hat den Untersuchungsbericht zu möglichen Kriegsverbrechen während des Kriegs im Gazastreifen an den Weltsicherheitsrat überwiesen. Das beschloss am Freitag eine Mehrheit der Mitglieder des Gremiums nach zweitägiger Debatte in Genf.

25 Staaten stimmten dafür, sechs dagegen und elf weitere enthielten sich. Mit der Überweisung an das mächtigste UN-Gremium wird die Möglichkeit eröffnet, Israelis und Palästinenser vor ein internationales Strafgericht zu stellen. Israel wird in der Resolution mangelnde Kooperation mit der Untersuchung der Vorgänge vorgeworfen.

Der nach dem Leiter der Untersuchung benannte Goldstone-Bericht warf sowohl den israelischen Streitkräfte als auch den militanten Palästinensern vor, Kriegsverbrechen begangen zu haben. Die israelische Regierung und die radikal-islamische Hamas weisen die Vorwürfe zurück. Bei der israelischen Offensive zur Jahreswende 2008/2009 waren mehr als 1400 Palästinenser getötet worden, unter ihnen viele Frauen und Kinder. Auf israelischer Seite kamen 13 Menschen ums Leben.

Die palästinensische Autonomiebehörde hatte erst am Donnerstag zusammen mit mehreren Staaten eine Einschaltung von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verlangt. Ban solle prüfen, ob Israel und die im Gazastreifen regierende Hamas den Vorwürfen von Kriegsverbrechen nachgingen.

In dem Bericht des südafrikanischen Richters Richard Goldstone heißt es, der Weltsicherheitsrat solle binnen sechs Monaten entscheiden, ob beide Seiten zufriedenstellende Ermittlungen durchführen. Wenn nicht, soll das UN-Gremium den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) einschalten. Wegen des Veto-Rechts der USA ist eine solche Empfehlung allerdings unwahrscheinlich.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Politik
  • Gaza-Bericht an UNO-Sicherheitsrat überwiesen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen