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Gaslieferstopp: Speicher zu etwa 60 Prozent gefüllt

Die Gasspeicher seien zu etwa 60 Prozent gefüllt, erläuterte E-Control-Chef Walter Boltz bei einer Pressekonferenz mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Sicherheit für zwei Wochen - genauere Daten wurden nicht genannt. Merkel zum Gasstreit 

1,7 Mrd. m3 Erdgas lagern in österreichischen Speichern und sind für Österreich verfügbar. Für die nächsten Monate sei daher eine klaglose Versorgung zumindest der Haushalte gewährleistet, betonte Boltz: “Für Haushalte gibt es vollständige Entwarnung.”

Beim Totalausfall der russischen Erdgaslieferungen in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sei es auch in Österreich zu keinen Versorgungsengpässen gekommen. Bis zum nächsten Montag könne der Bedarf aller auf jeden Fall abgedeckt werden. Durch Kooperationsbereitschaft der Großkunden und der Versorger könnten Leistungsspitzen abgesenkt und auch die Versorgung der Großkunden gesichert werden, unterstrich Boltz.

Die Verantwortung für diese “Optimierung” und freiwillige Bedarfssteuerung liege bei den Großlieferanten und ihren Kunden, betonte auch Mitterlehner. Die Notwendigkeit zu einer Lenkungsverordnung sehe er daher derzeit nicht. Gemäß Energielenkungsgesetz könnte der Wirtschaftsminister im Notfall zur Versorgungssicherung einschneidende Maßnahmen ergreifen und durch Verordnung Gas auch rationieren. Statt derartige Verordnungen zu erlassen setze er auf “marktwirtschaftliches Vorgehen”, dies sei auch mit den Interessensverbänden und der Industrie so abgestimmt, unterstrich der Minister. Bis zum nächsten Montag, dem 12. Jänner, liege die Abdeckung der Bedarfsspitzen schon vor. “Die nächsten 14 Tagen sind ohne Probleme abgedeckt”, versicherte Mitterlehner. Freilich könnte es auch zu unvorhergesehenen Ereignissen, etwa einem technischen Problem kommen, räumte er ein.

“14 Tage ohne Probleme abgedeckt” 

Österreich habe sehr gut ausgebaute Speicher und sei dadurch im Vergleich mit anderen vom Lieferstopp betroffenen europäischen Ländern in einer besseren Lage, versicherte auch OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer. Die Gasspeicher werden saisonal befüllt – im Sommer werden sie aufgefüllt, ab der Heizsaison werde dann zusätzlich zu den Gaslieferungen und der Gasförderung auch Erdgas aus den Speichern entnommen. Eine Grundlast gebe es quasi als strategische Reserve. Die OMV habe sich stets bemüht, die österreichische Gasversorgung auf mehr Beine zu stellen, verwies Ruttenstorfer auf das Nabucco-Pipeline-Projekt und ein Flüssiggas-Projekt. Auch die Inlandsförderung sei vorangetrieben worden. Bei den Speicherkapazitäten sei Österreich in Europa relativ gesehen führend. Anderen besonders betroffenen Ländern wie Polen und Südosteuropa könne von Österreich aus schon technisch nicht mit Gaslieferungen geholfen werden.

Dass Russland die gültigen Lieferverträge mit Österreich nicht einhält, kommentierten sowohl Minister Mitterlehner als auch OMV-Chef Ruttenstorfer heute sehr zurückhaltend. Man werde sich die Lage in Ruhe anschauen, meinte der OMV-Chef auf die Frage, ob nun Klagen geprüft werden. Auch Mitterlehner möchte nun vor allem die Entspannungs- und Vermittlungsbemühungen zwischen Russland und der Ukraine in den Vordergrund rücken. Morgen, Donnerstag, sollen sich in Brüssel Vertreter der beiden zerstrittenen Gasgesellschaften zusammensetzen, berichtete er von einem Gespräch mit EU-Energiekommissar Andris Piebalgs. Kritische Worte gegenüber Russland bzw. der russischen Gazprom, mit der die OMV Lieferverträge bis 2027 hat, fanden Ruttenstorfer und Mitterlehner heute nicht.

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