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Ganztagesklasse Höchst bewährt sich

Freiarbeit in der Ganztagesklasse: Individuelles Lerntempo mit besten Ergebnissen.
Freiarbeit in der Ganztagesklasse: Individuelles Lerntempo mit besten Ergebnissen. ©A. J. Kopf
Ganztagesschulen sind nach wie vor politisch umstritten. In Höchst hingegen startet im kommenden Herbst bereits die zweite Ganztagesklasse. An der Vorarlberger Mittelschule Höchst macht man mit diesem Schulmodell beste Erfahrungen.
Erste Ganztagesklasse in Höchst ein Erfolg

Das Ergebnis des Ganztagesversuches freut Kinder und Lehrpersonen und es erstaunt manche Eltern. Zu Beginn tauchte nämlich ab und zu die Frage auf, ob die Kinder denn überhaupt etwas lernen würden? Daheim mussten keine Hausaufgaben gemacht werden, das Lernen wurde ebenfalls in der Schule erledigt. Das erschien manchem Vater, mancher Mutter nicht ganz geheuer. Inzwischen freuen sich die meisten über bessere Noten ihrer Sprösslinge. Denn: In der Ganztagesklasse scheint das Lernen besonderen Spaß zu bereiten.

„Die beste Klasse der Welt”

„In der Ganztagesklasse ist immer was los!“ „Es ist die beste Klasse der Welt.“ „Meine Schulnoten haben sich verbessert.“ So beschreiben Schüler ihren Schulalltag. Und auch Eltern schwärmen von dieser Schulform: „Die Kinder haben ein stressfreies Lernen.“ „Seit unsere Tochter die Ganztagesklasse besucht, lernt sie viel leichter und versteht viele Aufgaben besser. Außerdem ist sie selbständiger geworden.“

Anlass gab die Schülerbetreuung

Anstoß zur Einrichtung der Ganztagesklasse an der VMS Höchst gab die vor acht Jahren gestartete Betreuung für Schülerinnen und Schüler an freien Nachmittagen. Direktorin Gudrun Brunner: „Wir haben festgestellt, dass etliche Kinder dieses Angebot täglich nutzen. Deshalb boten wir im Vorjahr erstmals die Ganztagesklasse an. Dafür waren mindestens 15 Anmeldungen erforderlich, 21 haben sich gemeldet.“

Mittags daheim

Dabei ist die Bezeichnung Ganztagesklasse eigentlich nicht für alle richtig: Wer die Mittagspause daheim verbringen möchte, kann das natürlich tun. Aber etwa die Hälfte der Klasse nutzt die Möglichkeit zum Mittagessen in der Schule.

Wie Gudrun Brunner weiß, sind viele Eltern sehr froh über das Angebot. „Die Kinder erledigen sämtliche Hausaufgaben hier in der Schule. Sie genießen eine Betreuung, die in dieser Qualität daheim kaum geboten werden kann. Das bedeutet für viele weniger Stress.“

Der Unterricht in einer solchen Klasse läuft etwas anders ab als in den anderen 18 Klassen der VMS Höchst. Zwar ist die Schulglocke zum Ein- und Ausläuten der einzelnen Stunden für die ganze Schule abgeschafft, in der Ganztagesklasse allerdings sind die Phasen von lernen, Freizeit, Sport oder kreativen Angeboten in einem besonders ausgewogenen Verhältnis. Da zwei Lehrpersonen anwesend sind, wird die Klasse in den Hauptfächern in zwei Kleingruppen geteilt.

Klassenvorstand Akdeniz Aydin und seine Kollegin Monika Spiegel-Kaya schätzen die entspannte Atmosphäre in der Klasse ebenso wie die guten Kontakte zu den Eltern. Und beide erhalten viel Lob von Direktorin Gudrun Brunner für den besonderen Einsatz, der erforderlich ist.

Unterricht etwas anders

In einer Klasse mit zwei Lehrpersonen verläuft der Unterricht etwas anders als üblich. So lässt es sich besser eingehen auf unterschiedliche Begabungen und Lerntempi.

Freiarbeit

Wer während der Freiarbeit in die Klasse kommt, wundert sich. Es ist erstaunlich still, obwohl meist zwei oder drei Kinder miteinander arbeiten. Sie können sich das Fach frei wählen. Natürlich müssen aber schlussendlich alle Bereiche bearbeitet sein. Klassenvorstand Akdeniz Aydin: „Das mussten die Kinder zum Beginn des Schuljahres lernen. Wer hinausschiebt, was nicht so einfach ist, muss das vielleicht nachholen. Inzwischen teilen sich alle ihre Zeit erheblich besser ein.“

Begrüßung per Handschlag

In der Klasse geht es auch sonst etwas anders zu als manche das von früher gewohnt sind. Die persönliche Begrüßung per Handschlag  gehört dazu. Akdeniz Aydin: „Wenn ich jede und jeden frage, wie es denn heute geht, ist das keine Floskel. So lässt sich gleich am Morgen feststellen, wer gut drauf ist oder wer vielleicht gerade etwas mehr Zuspruch benötigt.“

Was würden sich die Pädagogen wünschen? „Die Raumsituation sollte verbessert werden, auch die Ausstattung ist für diese offene Art des Unterrichtes noch nicht optimal“, erläutert Akdeniz Aydin. Derzeit stehen für die 21 Schulkinder gerade zwei Lerncomputer zur Verfügung – wenn man den für die Lehrpersonen mit einrechnet.

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