Ganze Familie dealte laut Staatsanwaltschaft fleißig mit Kokain

Der Mann wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt.
Der Mann wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt. ©VOL.AT/Eckert
Lochauer Wettlokal als Drehscheibe für Drogenhandel – Vater verurteilt.

Von Christiane Eckert / VOL.AT

Vor der Polizei waren sich die Zeugen fast noch einig. „Die Mutter war eindeutig die Drahtzieherin, die Söhne streckten das Kokain regelmäßig in der Lochauer Wohnung und jeder in der Familie wusste, was los war“, so die Zusammenfassung der Zeugenaussagen im Ermittlungsverfahren. Im Prozess ruderten die meisten zurück und beschönigten ihre Aussage. „Keinerlei Wahrnehmungen gemacht“, „Nichts bemerkt“ und dergleichen hieß es im Prozess. Nun war zunächst der Vater der Familie an der Reihe. Die Mutter, also jene Frau, die von mehreren als „Capo“ bezeichnet wurde, entzieht sich laut Ankläger Manfred Bolter dem Verfahren. Das heißt, laut Gutachten hat sie gesundheitliche Probleme psychischer Art und ist derzeit nicht verhandlungsfähig. Die Staatsanwaltschaft ist diesbezüglich zum Warten verurteilt.

Nicht glaubwürdig

Heute saß also zunächst der männliche Elternteil auf der Anklagebank. Es geht um zwei Kilo Kokain. Stoff, von dem der Angeklagte behauptet, nichts gewusst zu haben. Der Schöffensenat kam aber zu dem Ergebnis, dass es nicht sein kann, dass der Vater vom Drogenhandel nichts bemerkte. Kontakte wurden im Lochauer Wettlokal mitten im Dorfzentrum geknüpft. „Sie waren sicher nicht die Hauptfigur in der Sache“, so Richter Michael Fruhmann. Doch um einen Schuldspruch für Drogengeschäfte im Rahmen einer kriminellen Vereinigung führt kein Weg vorbei. Die Strafe für den bislang Unbescholtenen: 18 Monate Haft, 15 davon auf Bewährung. Drei Monate wurden unbedingt ausgesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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