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"Game Over": Hans-Peter Martin präsentiert neues Buch

Martin mit düsterer Prognose.
Martin mit düsterer Prognose. ©Wann & Wo/Sams
Hans-Peter Martin, dessen neues Buch „Game Over“ am Montag erschien, und Sohn Manuel (26) im Gespräch. Ab nächsten Sonntag erscheint eine Miniserie des Autors in der Jungen Zeitung.

„Game Over – Wohlstand für wenige, Demokratie für niemand, Nationalismus für alle. Und dann?“ lautet der volle Titel des neuen Buches von Hans-Peter Martin, das im Verlag Penguin Random House erscheint. Der Journalist und ehemalige Europaparlamentarier sorgte unter anderem mit „Die Globalisierungsfalle“ (1996) und den darin enthaltenen düsteren Zukunftsprognosen für Wirbel. Das neue Buch behandelt wieder unterschiedlichste Themen mit gesellschaftspolitischer Relevanz, von Vermögensverteilung über Digitalisierung und Robotisierung bis hin zu Fragen der Demokratie, Ökonomie, Migration und Klimawandel. Diesmal sieht Martin aber davon ab, vor irgendwelchen Entwicklungen zu warnen. Er konstatiert klipp und klar: „Game Over“, wir steuern nicht mehr auf den Abgrund zu, sondern befinden uns bereits im freien Fall.

Politischer Mediziner

Manuel Martin, der kürzlich sein Medizinstudium in London abgeschlossen hat, war beim Gespräch mit W&W dabei, weil er die Grafiken für das neue Buch seines Vaters gestaltet hat. „Obwohl er Mediziner ist, argumentiert Manuel gerne politisch. Ich habe ihm ein paar Dinge aus ,Game Over‘ gezeigt und ihn nach seiner Meinung gefragt. So wurde ich auch mit Ideen konfrontiert, die mich herausgefordert haben“, erklärt Hans-Peter Martin. „Eigentlich hatten wir gedacht, dass er die Grafiken entwirft, um dem Verlag unsere Vorstellungen zu zeigen. Den Verantwortlichen hat seine Arbeit aber so gut gefallen, dass er kurzerhand zu meinem Mitarbeiter gemacht wurde.“ Auf die Frage, wie das Buch auf ihn gewirkt habe, antwortet der junge Mediziner, der auch einen Bachelor in „Global Health“ (Medizinische Ökonomie, Entwicklungszusammenarbeit) hat: „Über viele dieser Dinge will man eigentlich nicht nachdenken, sollte es aber unbedingt machen. Vielen ist das zu wenig bewusst, aber das sind Themen, die uns alle angehen. Zu ,Game Over‘ muss ich sagen: Ich glaube, das trifft leider zu. Vieles davon, was in dem Buch thematisiert wird, macht Angst. Die Zusammenhänge sind allerdings sehr interessant.“

„Game Over“ für Vorarlberg?

Deshalb sei Hans-Peter Martin in „Game Over“ eine nüchterne Darstellung wichtig gewesen. „Man muss diese Dinge beim Namen nennen, denn nur so kann man ergründen, was emotionell hinter den Problemen steckt“, so der in Lech wohnhafte Bestsellerautor aus Bregenz. „Der Karren steckt bereits im Dreck und das wird – zwar mit Verzögerung – auch das globalisierte Bundesland Vorarlberg treffen.“ Was Hans-Peter Martin damit meint und wie „Game Over“ im Ländle eine Rolle spielt, wird der Autor ab nächsten Sonntag in einer eigenen Miniserie in der Jungen Zeitung ausführen. In der rechten Spalte sind einige Themen zu finden, die auch für das Ländle und die Vorarlberger wichtig sind.

Themen,aus „Game Over“, die auch für Vorarlberg relevant sind.

Demokratie

Die Demokratie ist in Gefahr. Radikale Strömungen haben immer mehr Zulauf: „Die Wutbürger sind aktive Wähler geworden.“ Der nächste Showdown werden die Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2019 sein. Auch Landtagswahlen in Vorarlberg stehen nächstes Jahr an.

Digitalisierung/Daten

Der Mensch ist bereits gläsern und die Überwachung wird zukünftig nicht weniger werden. Wie können wir diesen Entwicklungen begegnen und was bedeuten sie für unseren Alltag?

Arbeit

Neue Arbeitsmodelle und zunehmende Robotisierung stellen Arbeitnehmer vor große Herausforderungen. Künstliche Intelligenz kann sowohl Segen als auch Fluch sein.

Migration/Flucht

Auch in den altindustrialiserten Ländern stehen große Bevölkerungsgruppen unter starkem gesellschaftlichem Druck. Diese Voraussetzungen machen es für viele schwer, zu teilen.

Wohnen/Eigentum

Die besonders in Vorarl­berg stark gestiegenen Wohnungspreise verstärken den Druck auf einen Großteil der Bevölkerung. Sozialer Aufstieg und Eigentum zu erwerben, wird schwerer, was für Unsicherheit und Zukunftsängste bei den Menschen sorgt.

„Grundlegende Veränderung ist notwendig!“

Hans-Peter Martin: „Vor zwei Jahrzehnten warnten Harald Schumann und ich in der ,Globalisierungsfalle‘ vor dem ,Angriff auf Demokratie und Wohlstand‘. Es war als Warnruf gedacht, erwies sich aber leider in vielem als Prognose. Nur die rasche und massenhafte Einsicht, dass eine grundlegende Veränderung notwendig ist, könnte noch helfen: Radikalität, aber aus der politischen Mitte heraus. Der Ausweg wäre eine große, glaubwürdige Teilhabe – sozial, ökonomisch, politisch und digital. Jetzt.“

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