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Game of Thrones - Wissenschaftler haben Erfolgsgeheimnis aufgedeckt

Die gesamte GoT Crew bei den 68th Emmy Awards im September 2016.
Die gesamte GoT Crew bei den 68th Emmy Awards im September 2016. ©AFP
Mehr als 5 Mio. Zuschauer pro Episode - Game of Thrones ist in den vergangenen Jahren zu einem TV-Event geworden. Jetzt wurde geklärt, was das Erfolgsgeheimnis der Serie ist.

Viel Sex und viel Gewalt. Game of Thrones besticht mit einer kurvenreichen Handlung, die von den Rosenkriegen inspiriert ist, einer der blutigsten Perioden in der englischen Geschichte.

Serie trifft Bedürfnisse der Seher

Nun haben Forscher der Cass Business School (University of London) das Erfolgsgeheimnis der Serie herausgefunden. „Die Serie trifft tiefere und fundamentalere menschlichen Bedürfnisse als nur den Rummel um Schlafzimmer und Schlachtfelder in Autor George R. R. Martins Phantasie“, so Tom van Laer, Dozent in Marketing an der Cass Business School.

AFP / Regisseure, Cast und Crew von GoT bei den Emmy Awards
AFP / Regisseure, Cast und Crew von GoT bei den Emmy Awards ©AFP / Regisseure, Cast und Crew von GoT bei den Emmy Awards

Folgende fünf Faktoren sollen für den Erfolg der Serie verantwortlich sein:

1. Verständnis der Außenwelt

Die Serie gibt Einblicke in ein Leben von Menschen an anderen Orten in anderen Zeiten, wie die skandinavischen Wikinger, sowie Dschingis Khan und die Mongolen. Die Haupthandlung in Game of Thrones ist jedoch von den Rosenkriegen inspiriert, die von 1455 bis 1485 zwischen den englischen Häusern von Lancaster und York tobten. Diese blutige Geschichte wurde auf GOT übertragen, wo die beiden Hauptkonkurrenzhäuser als Lannister und Stark bekannt sind.

Was alle Menschen brauchen und auch tun, ist sich eine Welt zusammenzureimen und sich daraus einen Sinn abzuleiten. Wie der amerikanische Gelehrte Athinodoros Chronis schrieb, haben Besucher an Orten wie zum Beispiel dem amerikanischen Bürgerkrieg-Schlachtfeld in Gettysburg die Möglichkeit über das kommerzielle und touristische Erlebnis hinaus in die Geschichte einzutauchen und ihre eigenen persönlichen Erfahrungen zu sammeln, indem sie ihre Vorkenntnisse mit dem was sie hören und sehen vergleichen und die Wissenslücken mit Phantasie füllen.

Genau so verhält es sich auch mit Game of Thrones und den Rosenkriegen. Der Zuschauer erfährt, dass Probleme der sozialen und finanziellen Ungleichheit in Verbindung mit der geistigen Schwäche und der unwirksamen und schwachen Herrschaft der politischen Führer Konflikte, Machtkämpfe und Auseinandersetzungen verursachen können.

2. Verständnis der innerern Welt

Menschen nutzen Geschichten, um individuellen Erfahrungen einen Sinn zu geben. Zum Beispiel sehen manche Menschen Game of Thrones, weil sie sich leicht auf den Kampf zwischen Gut und Böse beziehen können, der hauptsächlich im Herzen von Tyrion Lannister ausgetragen wird, anstatt zwischen heldenhaften Elfen und bösen Orks wie bei Herr der Ringe. Andere GoT-Seher genießen das Gefühl der persönlichen Beteiligung, wenn zum Beispiel ein Charakter stirbt.

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3. Erforschung der Außenwelt

Der Mensch hat aber nicht nur das Bedürfnis die Außenwelt zu verstehen, sondern diese auch zu reflektieren. Dies passiert indem man erkennt, dass man nicht nur die eigenen Überzeugungen, Wünsche, Absichten und Perspektiven verstehen muss, sondern auch die der anderen Menschen, die sich von den eigenen unterscheiden. Game of Thrones ermöglicht den Zuschauern nicht nur das eigene Leben zu interpretieren, sondern auch stellvertretend andere Leben zu führen, die dem eigenen fremd sind.

Manche Seher nehmen das besonders ernst, sie besuchen zum Beispiel Orte aus der Serie (wie Dubrovnik in Kroatien, deren Wände für Szenen in King’s Landing und der Red Keep verwendet wurden). Das Reisen zu solchen Orten verwandelt Game of Thrones in ein persönliches Ereignis, das zur Entdeckung wird.

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4. Die innere Welt vergessen

Dieses Bedürfnis ist relativ simpel, denn es ist das reine Bedürfnis, sich vom Alltag zu lösen und diesen zu vergessen. Wir Menschen können der Wirklichkeitsflucht nicht entgehen. Um nicht mehr über eine Sache aus der Wirklichkeit nachdenken zu müssen, ist GoT gut geeignet.
Die Serie ist ein effektiver Weg, um den eigenen Problemen zu entkommen oder sie zumindest für eine Weile zu vergessen. Fans erwerben sogar große (und seltsame) „Fanfiction“, um den weltlichen Angelegenheiten zu entkommen.

5. Auf der Suche nach einem einsamen und leidenden Selbst

Zum anderen benutzen Menschen Geschichten als Kraftquelle. Eigenes Leid wird versucht auf diesem Weg zu heilen – einschließlich der Bewältigung von tiefer Trauer, Scham und Schuld.
Game of Thrones kann auch für verschiedene Probleme als eine selbstverschriebene Therapie angesehen werden. Seher nannten eine Vielzahl von Geschichten, die sie als Therapie verwendeten. In GoT ist beispielsweise Arya Starks Migration zu Essos ein Beispiel für einen Weg, um mit Einsamkeit fertig zu werden – ihre Geschichte ist eine Erinnerung, dass es da draußen Menschen gibt, denen es schlechter geht.

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Das von Sansa Stark initiierte lebendige Auffressen von Ramsay Boltons durch seinen eigenen Hund, bietet Überlebenden von sexueller Gewalt eine fiktive Rache. Oder wenn man Tyrion als Alter Ego benutzt, dass man durch dessen Lebensereignisse und Emotionen weiß, dass man die chaotische Welt in der man lebt, nicht zu verantworten hat.
Erster Vizepräsident der Europäischen Kommission Frans Timmermans benutzte Game of Thrones in einer Rede an Google:
„Es ist verwirrend, es ist episch, es geht um Gut und Böse, aber es ist nicht schwarz und weiß. Es geht um Herausforderungen … ähnlich der Gesellschaft im Allgemeinen heute.“

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