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Gärtnerei verzweifelt: Millionen Pflanzen gehen ein

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Symbolbild ©APA-dpa-Holger Hollemann
Im Namen des Fachhandels appelliert Starkl an den heimischen Lebensmittelhandel, jetzt nicht mit Pflanzen und Gartenzubehör ein großes Geschäft zu machen - auf Kosten der eigentlichen Fachbetriebe.

Auf die schwierige Lage von Gärtnereien und Gartenfachhandel macht die Gärtnerei Starkl in einem Offenen Brief an die Bundesregierung aufmerksam. Während in den Supermärkten in großem Umfang billig eingekaufte Warte verkauft werden dürfe, sei der Fachhandel die einzige Branche, die mit Frischware arbeite, aber diese nicht verkaufen dürfe.

"Millionen Gemüse-Pflanzen und Blumen gehen bald ein"

"Wenn das so bleibt führt das dazu, dass in den nächsten Wochen zig Millionen Gemüse-Pflanzen und auch Blumen in unseren Lagern eingehen werden", warnt Ludwig Josef Starkl, Geschäftsführender Gesellschafter mehrerer Gartencenter in Österreich. Pflanzen müssten jetzt im Frühjahr eingesetzt werden, das könne man nicht ein paar Monate verschieben.

Betriebe, die Gartencenterketten, Baumärkte und Floristen beliefern, haben schwierige Zeiten, denn sie haben wegen der geschlossenen Geschäfte keinen Absatz. Besonders trifft es die heimischen Schnittblumenproduzenten. Floristikbetriebe wurden geschlossen und alle Anlässe, bei denen man Schnittblumen verwendet, wie Hochzeiten, Begräbnisse oder Geburtstagsfeiern finden nicht oder nur in sehr kleinem Rahmen statt. Allerdings kann die Produktion von Blumen und Zierpflanzen nicht eingestellt werden, da es sich um lebende Pflanzen handelt und es Ware für die Zeit nach der Pandemie geben muss.

Laut Gartenbauerhebung der Statistik Austria werden jährlich 16,5 Millionen Stück Frühlingsblüher wie Stiefmütterchen oder Primeln produziert und sollten eigentlich jetzt verkauft werden. Ab Mitte April folgen 28,7 Millionen Stück Beet- und Balkonblumen, 1,2 Millionen Stück Erdbeerpflanzen und 24,0 Millionen Stück Gemüsepflanzen und Topfkräuter. Im Juni ist die traditionelle Zeit zum Verkauf von Rosenpflanzen. Davon produzieren die heimischen Betriebe ca. 1,2 Millionen Stück. Das reine Herbstsortiment beträgt im Gegenzug nur 9,7 Millionen Stück. Herbstpflanzen. Gehölze und Stauden werden sowohl im Frühling als auch im Herbst produziert. Mit einem Produktionswert von 400 Mio. Euro pro Jahr ist der Zierpflanzenbau ein gewichtiger Teil der Landwirtschaft.

Supermärkte sollen kein Geschäft auf Kosten des Fachhandels machen

Im Namen des Fachhandels appelliert Starkl an den heimischen Lebensmittelhandel, fair zu bleiben und nicht jetzt mit Pflanzen und Gartenzubehör ein großes Geschäft zu machen - auf Kosten der eigentlichen Fachbetriebe. An die Konsumentinnen und Konsumenten appelliert er, die Online-Einkaufsmöglichkeiten der Gärtnereien zu nutzen und direkt dort zu bestellen - damit die Betriebe auch noch nach der Krise bestehen.

Damit sich Kunden sicher fühlen, wird bei persönlicher Abholung auf den gesetzlichen Abstand zwischen Personen und auf Hygienemaßnahmen geachtet. Zudem wird verstärkt Selbstbedienung angeboten, so der Bundesverband der österreichischen Gärtner.

Gärtnern sorgt für Abwechslung

Gerade im eben begonnenen Frühling sowie wegen der Selbstisolation zu Hause, interessieren sich viele Konsumenten für eine Beschäftigung mit Blumen und Pflanzen im eigenen Heim, auf dem Balkon oder im Garten. Auch psychologisch gesehen sorge die Beschäftigung mit Pflanzen für Abwechslung, heißt es.

"Man kann sich auch jetzt in dieser schwierigen Zeit mit Pflanzen für den Balkon und Garten versorgen", verweist auch Ulli Jezik-Osterbauer, Präsidentin des Bundesverbandes der österreichischen Gärtner, auf den Lieferservice der Gärtnereien.

(APA)

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