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Gab Wiederkandidatur per Videobotschaft bekannt

Gab Wiederkandidatur per Videobotschaft bekannt
Gab Wiederkandidatur per Videobotschaft bekannt ©APA (Präsidentschaftskanzlei)
Wenig überraschend, dafür auf ungewöhnlichem Weg hat Heinz Fischer (71) am Montag seine Widerantreten bei der Bundespräsidentenwahl 2010 bekanntgegeben.

In einer im Internet veröffentlichten Videobotschaft wandte er sich an die “lieben Österreicherinnen und Österreicher”, um sich als “über den Parteien stehender Kandidat” anzubieten. Erfreut darüber zeigte sich vor allem die SPÖ, als deren Kandidat er 2004 ins Rennen gegangen war. Ein Gegenkandidat ließ sich noch nicht blicken, die Parteien gaben sich abwartend.

In der Botschaft auf http://www.heinzfischer.at kündigte Fischer an, dass er seine Aufgaben als Bundespräsident auch in den kommenden Monaten mit aller Kraft und so wie bisher wahrnehmen werde. “Die eigentliche und intensive Wahlwerbung sollte dann erst im nächsten Jahr wenige Wochen vor der Wahl so kurz wie möglich und so fair wie möglich stattfinden.”

Er wolle angesichts großer Herausforderungen ein “Brückenbauer” sein, so Fischer, der sich an seinem Schreibtisch mit Obstschüssel, Mannerschnitten, Enkerl-Foto und Verfassungsrechtskompendium gewappnet abfilmen ließ. Er hoffe auf eine breite rot-weiß-rote Unterstützung aus allen Schichten der Bevölkerung aus dem ganzen Land, ergänze er via Presseaussendung.

Erfreut zeigte sich Bundeskanzler Werner Faymann (S). Fischer – dessen SPÖ-Mitgliedschaft seit 2004 ruht – habe “seine Aufgaben in den vergangenen Jahren parteiübergreifend, objektiv und mit sehr viel Fingerspitzengefühl erfüllt”. Seine “Beliebtheit in allen Umfragen” stelle seiner hervorragenden Arbeit ein besonders positives Zeugnis aus. “Ich wünsche Heinz Fischer für die kommenden Monate alles Gute”, so Faymann.

Betont gelassen und nicht überrascht zeigten sich die anderen Parteien. ÖVP-Obmann Josef Pröll will die Frage eines Gegenkandidaten “gemeinsam und zum gegebenen Zeitpunkt” klären. Österreich brauche “keinen frühzeitigen Wahlkampf, sondern konsequente Arbeit”, betonte er. FPÖ-Chef Heinz-Christian stellte die Frage nach Sinnhaftigkeit und Gestaltungsmöglichkeiten dieses Amtes, auch die Finanzierbarkeit eines eigenen FPÖ-Kandidaten müsse geklärt werden.

Eine endgültige Absage deponierte der Wunschkandidat vieler Grüner, Ex-Parteichef Alexander Van der Bellen. “Ich möchte nur klarstellen, dass ich selbst nicht kandidieren werde”, sagte er und lobte – als persönliche Meinung – die Amtsführung Fischers. Bundessprecherin Eva Glawischnig ließ offen, ob es einen anderen Kandidaten ihrer Partei geben wird. BZÖ-Obmann Josef Bucher sprach sich für einen unabhängigen Gegenkandidaten aus. Darüber habe er auch schon mit VP-Chef Pröll gesprochen.

Fischer eroberte am 25. April 2004 im Duell gegen ÖVP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner mit 52,39 Prozent Stimmanteil die Hofburg. Er ist das das achte Staatsoberhaupt der Zweiten Republik. Für seien Wiederantritt braucht er wie jeder andere Kandidat 6.000 Unterstützungsunterschriften. Sollte es keinen Gegenkandidaten geben, wird mit “Ja” oder “Nein” über Fischer abgestimmt. Erstmals wird bei der kommenden Kür des Bundespräsidenten Wählen mit 16 und die Briefwahl möglich sein.

Bereits am morgigen Dienstag wird sich ein überparteiliches Personenkomitee für Fischer der Öffentlichkeit vorstellen. Fischer selbst will am Mittwoch in einer Pressekonferenz Fragen zu einer Wiederkandidatur beantworten und am Donnerstag wird seine Biografie vorgestellt.

Die Videobotschaft

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