G-8-Staaten "tief besorgt" über weltweite Lebensmittelkrise

Die G-8-Staaten haben sich am Dienstag in Japan "tief besorgt" über die weltweite Nahrungsmittelkrise geäußert. Die stark steigenden Preise und der Mangel an Lebensmitteln in einer Reihe von Ländern bedrohen nach Ansicht der G-8 die globale Ernährungssicherheit.

“Die negativen Auswirkungen dieser jüngsten Entwicklung könnten Millionen zurück in die Armut drängen und die Fortschritte zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele zunichtemachen”, hieß es in der Gipfel-Erklärung.

Die Staats- und Regierungschefs der G-8 (USA, Kanada, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Russland) wollen den Einsatz von Biotreibstoffen und die Nahrungsproduktion besser in Einklang bringen. Sie sagten außerdem zusätzliche Anstrengungen zu, um den betroffenen oder hungernden Menschen zu helfen. Seit Jänner seien schon mehr als zehn Milliarden US-Dollar (6,39 Mio. Euro) Hilfen und Unterstützung zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion zugesagt worden, hieß es in der Erklärung der G-8.

Die G-8-Staaten betonten, das 2005 im schottischen Gleneagles gegebene Versprechen einzuhalten, bis 2010 die Entwicklungshilfe für Afrika um 25 Milliarden US-Dollar (16,0 Mrd. Euro) im Jahr zu erhöhen. Hilfsorganisationen kritisierten den Beschluss, der keine Angaben darüber mache, durch wessen Beiträge dieses Ziel erreicht werden soll. Nach ihren Angaben hat die Hilfe seit Gleneagles nur um rund drei Milliarden US-Dollar zugenommen. “Die Welt nimmt diese Zusagen sehr ernst, selbst wenn die G-8-Führer es nicht tun”, sagte Charles Abani von der Hilfsorganisation Oxfam. “Das Geld ist eine milde Gabe für die G-8, aber es kann für arme Afrikaner eine Zukunft mit lebensrettender Medizin und eine Chance bedeuten, lesen und schreiben zu lernen.”

War beim G-8-Gipfel im deutschen Heiligendamm im Vorjahr nur ein Grundsatzbeschluss über die Zusage von 60 Milliarden Dollar (gut 38 Mrd. Euro) für den Kampf gegen Krankheiten in armen Ländern gefasst worden, so einigte man sich nun auf einen Zeitrahmen von fünf Jahren dafür. Schwerpunkt ist der Kampf gegen Infektionskrankheiten wie Malaria, Aids und Tuberkulose auf dem afrikanischen Kontinent.

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