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"Fusion ist für uns kein Thema"

Dünserberg - Kleinstkommunen haben mit Gemeindefusionsplänen vielfach wenig am Hut. Heute treten sechs Gemeindechefs von Thüringerberg über Sibratsgfäll bis Möggers im Rathaus Buch an die Öffentlichkeit.

„Stärkung des ländlichen Raumes durch Kleingemeinden“ lautet ihr gemeinsam vertretenes Anliegen.

Nein zu „Groß-Satteins“

Walter Rauch (45) sitzt heute mit am Tisch in Buch. Rauch lenkt seit beinahe 22 Jahren neben seiner Arbeit als Bio-Landwirt als Bürgermeister die Geschicke von Dünserberg, der mit 156 Einwohnern kleinsten Kommune Vorarlbergs. Von einer Einverleibung von Dünserberg, beispielsweise durch die nicht weit entfernte Kommune Satteins, hält Rauch herzlich wenig. „Fusionierungen würden unsere Eigenständigkeit untergraben.“

800 Euro Monatsnetto

Aus seiner Sicht gilt es „die autonome Selbstverwaltung im Sinne der Bürger zu erhalten“. Von einem generellen oder gar gesetzlich verordneten Nein zu Fusionierungen hält Rauch allerdings ebenso wenig: „Wenn zwei Gemeinden der Meinung sind, dass ihnen eine Fusion Vorteile bringt, so sollen sie dies tun können.“ Dass er möglicherweise aus Angst um sein Einkommen als Gemeindeoberhaupt dermaßen strikt gegen Fusionierungen eintritt, weist der zweifache Familienvater zurück. Und legt quasi als Antwort seinen Gehaltszettel als Bürgermeister auf den Tisch. Dort ist ein Salär von 800 Euro netto pro Monat ausgewiesen.

Kooperation verstärken

Für Rauch, Mitglied der Vorarlberger Volkspartei, haben Kooperationen mit Nachbargemeinden oder über ganze Regionen hinweg Vorrang. „Wir setzen bereits seit Jahren Kooperationen in den Bereichen Bauamt, Sozialzentrum oder Lohnverrechnung in die Tat um.“ Dort wo es Sinn mache werde das Ganze freilich weiter verstärkt, betont Rauch, der offiziell zwar nur Montag und Donnerstag von 9 bis 12 Uhr auf dem Rathausstuhl Platz nimmt. „De facto“ ist Rauch allerdings täglich dort anzutreffen.

ZUR PERSON


Beruf: Landwirt und Bürgermeister
Geboren: 4. August 1961
Familie: verheiratet, zwei Kinder
Ausbildung: Pflichtschule, Fachschule für Landwirtschaft, zwischen 1976 und 1986 in der Werkzeugbauerbranche und seit 1985 Gemeindechef
Lebensmotto: „Der Frieden im Dorf ist das Wichtigste.“
Lieblingsspeise: Spätzle mit Schnifner Käse, Schweinsbraten

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