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Funken, Fasten & ich

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Noch immer Mittelalter in Vorarlberg. Da erscheint der Prediger Laurentius von Schnifis und donnert von der Kanzel auf die altvaterischen Funkenmacher herab:

„Fasnat vorbei, Hexen verbrannt! Schämt euch in Grund und Boden, ihr Frauenverbrenner! Euer doofes Winteraustreiben ist nicht nur frauenverachtend sondern auch total erfolglos, ihr Funkenküchlefresser! Eure F-Zünfte sind zum x-ten Mal kläglich gescheitert! Seht doch, der Winter bleibt, wahrscheinlich auch wegen eurer ekelhaften Boxenschremmmusik am Funkenplatz! Schon stirbt der Hirsch im Schnee! Ihr lebt noch immer im tiefsten Mittelalter, werdet endlich zeitgemäß!“

Erzürnt sinnen die veralteten Profizünsler, Funkenbauer & Hexenverbrenner auf Rache und wollen nächstes Jahr einen olympischen Monsterfunken („Ländlefunken für den Frieden“) errichten, um ins Guinness zu kommen. Sie kennen das Ende der Fahnenstange schon lange nicht mehr. Als Standort des Funkenmonsters bieten sich Häusleberg, Hatler Rosenloch, Kanisfluh oder Schwarzköpfle an. SiMo/BTV würde auf der Rinderhütte unter dem Schwarzköpfle dafür einen Glühweinsee anlegen. Do Wucher tät sogär Schübling absoala!

Nach dem Funken wartet der nächste Massenschlager: Fasten. Die Nimmzweibevölkerung demonstriert den Hungernden der Welt Askese. Der Fasten-Mainstream, immerhin die einzige katholische Antikonsumismus-Bewegung, kennt drei Hauptrichtungen:

1. Christliches Fasten. Hintergrund: Jesus, Christentum, 40 Tage Wüste. Motiv: Ethisch-religiös. Zweck: Selbsterfahrung. Weltentsagung, Albtraumausjagen. Reinigung des Geistes, so vorhanden, um danach wieder richtig völlern zu können. Egozentrierter Jenseitsbezug.

2. Wellness-Fasten. Hintergrund: Gesundheitsbischöfe, Fitnesspäpste, Kräuterpfarrer, Heilslehren, Wellnessindustrien. Zweck: Umsatzsteigerung. Motiv: Esoterisch-egoistische Lebensverlängerung und esoterische Erleuchtung. Verbreitet in den einkommensstärkeren Schichten. Wirtschaftsnützlich. Egozentrierter Dieseitsbezug. Ein schwerer Beutel macht leicht eitel!

3. Schickimicki-Fasten: Hintergrund: So tun als ob. Selbstbeweis-Fasten („ILaurch kann aufhören, ich bin doch kein Alkoholiker“). Nach Fastenende Exzess-Saufen als Belohnung. Tritt fast nur als Alkohol-, Nikotin- oder Schweinsbraten-Fasten auf. Zweck: Keiner. Kommt häufig zum Abbruch. Symptomatisch: selbst konstruierte Ausnahme-Regelungen, Bonussysteme (bei privaten Feiern darf ich …). Beliebt bei Fitnässern und beheizten Sessellifthintern. Männlich dominiert, wirtschaftlich neutral: Hilft‘s nix, so schadt‘s nix.

Persönlicher Nachsatz: Nach dem Funken hab ich das Frauenvolksbegehren unterschrieben, das Rauchverbotbegehren hingegen nicht. Ich kann‘s schon selber.

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