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Frühlingsgebet

Liebes Gottle! Ich bin unzufrieden. Da hock ich im dunklen Briefkasten in Panama, krieg nach dem Alpadriatischen auch noch das Vorarlberger Hyposyndrom, hab mein kleines Krötenkonto im Minus, schlucke Flüchtlinge, halte die Koalition nicht aus, fresse Häuslerde mit Batterien, versuche Houllebecqs Unterwerfung, hab die verwelkte Rose vor dem Gesicht, muss den unverdaulichen städtischen RedmitTopfen verdauen, werde von den frisierten Geisterfratzen der BP-Kandidaten auf dem Straßenstrich angeglotzt und treff mich in all dem Jammer mit pensionierten Arbeitsbefreiten im Gasthaus Helvetia, einem kurzfristig benannten Wartesaal zum Purgatorium, wo ich mich ob dieser Ödnis regelfrei vollaufen lasse.

Liebes Gottle, ich hab es wirklich anders versucht, hab zum Beispiel die von Wallners Kulturbernhardiner zugemutete 78-Seiten Kultur-Strategie vermessener Naseweiser versucht zu analysieren, bis ich nach 30 Seiten erkannte, dass es pures Bürokrattengift ist und „flüh odr i niomm de“ um mein schöpferisches Leben gerannt bin. Fliehen lernt man in der Vorarlberger Kulturpolitik, ich bin ja schon „was-gischt-was-heascht“ vor der Kaufmann, dem Sonderegger und ihren Höflingen davongelaufen.

Liebes Gottle, ich will dir auch offen beichten, dass ich diese Mikl, diesen Kurz, diesen Faymann, den KruckenHofer, diese Griss, den zum Cyber retouchierten Hundsti, den falschen Kohlkathol und den gelangweilten Bellenvander einfach nicht aushalte. Was soll ich machen, Gottle, soll ich das alles hinnehmen, Buddhist werden und an meine Wiedergeburt glauben. Aber was ist, wenn die alle dann auch wieder da sind?

In der jüngsten Zeit, was ist überhaupt die jüngste Zeit, es gibt nur eine alte und wenn sie da ist, ist sie schon wieder weg und im nächsten Augenblick hundsalt, was auch ein Semmelwort ist, warum nicht papageienalt? Ich fang jetzt besser an aufhören. Weil immer wieder Leserinnen und außen sich beschweren, dass sie nicht ankommen am Zanzenberg, weil sie nicht mitkommen, und nicht kapieren, das darin der doppelte Boden liegt, sage ich wahrlich: Wer nicht mitkommt, kommt nicht an, bleibt sitzen. Wer nicht versteht, begreift. Wer auch das nicht versteht und nicht begreift, soll in den Briefkasten hocken, Häuslerde fressen und David Gelernter lesen: „Gezeiten des Geistes“. Die Vermessung unseres Bewusstseins.

Liebes Gottle! Eine Eiterbeule nach der andern platzt jetzt auf. Ich will auf die nächste Kaltzeit warten. Um 2030 soll laut Valentina Zharkova ja eine Mini-Eiszeit kommen, mit vielen eisigen Wintern und nasskalten Sommern. Allerdings könnte ich da schon selber kalt sein. Dann bliebe doch die Wiedergeburt. Bald, Leute, wird das Quartär beendet sein und das Quintär beginnen. Auch wenn wir uns bibbernd in Briefkästen samt ergaunertem Zaster und Jachten verstecken, die Gletscher werden wachsen (Bild), auch der Ochsentaler. Ihr eisiges Reich komme über uns und unsere Lächerlichkeit in Ewigkeit Amen.

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