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„Frischblut“ für den klassischen Liedgesang

Bariton Daniel Schmutzhard, am Flügel Helmut Deutsch.
Bariton Daniel Schmutzhard, am Flügel Helmut Deutsch. ©Schubertiade
Der aufstrebende Tiroler Bariton Daniel Schmutzhard sang im Angelika-Kauffmann-Saal ein anspruchsvolles Liedprogramm.

Schwarzenberg (sch) Die Schubertianer kennen ihn seit seinem Debüt im Jahr 2012 – den sympathischen Tiroler Bariton Daniel Schmutzhard. Er wurde in Rum geboren, studierte am Tiroler Landeskonservatorium in Innsbruck Gesang und setzte sein Studium in Wien fort. Seit der Spielzeit 2011/12 ist Schmutzhard Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, wo er etwa als Papageno, Wolfram oder auch Don Giovanni zu hören ist. Als quirliger Papageno begeisterte er heuer mehrmals das Publikum bei der „Zauberflöte“ der Bregenzer Festspiele. Nun, Daniel ist ein fescher Tiroler Bursch mit leicht schüchterner Gestik und selbstredend fernab aller Starallüren (Nach dem Konzert präsentierte er sich stolz als Familienvater mit Gattin Annette Dasch und kleinem Töchterchen). Seine sonore Stimme klingt schon sehr kultiviert, seine Textpflege ist vorbildlich, die Bühnenpräsenz könnte noch lockerer sein. Daniel Schmutzhard sang anspruchsvolle Lieder von Robert Schumann und Franz Schubert. Am Steinway war einer der besten pianistischen Liedgestalter der Musikwelt, Helmut Deutsch, Schmutzhards reifer Partner.

Schumann

Robert Schumann stand am Beginn des Liederabends, nach der Pause herrschte Liederfürst Franz Schubert.
Daniel Schmutzhard begann den „Liederkreis“, op. 24 (1840), nach Gedichten Heinrich Heines von Schumann etwas nervös, was aber bald verschwand. Und er kann auch als noch junger Sänger die Liedinhalte gesanglich transparent ausloten, gerade auch die mollgefärbten Todestöne, z. B. bei „Lieb’Liebchen“, „Schöne Wiege meiner Leiden“ oder „Mit Myrten und Rosen“. „Es treibt mich hin“ oder „Ich wandelte unter den Bäumen“ erfüllte Schmutzhard glaubhaft mit den Gefühlen eines jungen Liebenden. An die Nummern des „Liederkreises“ schloss sich der dramatisch-drohende „Belsatzar“ (op. 57, Heine) an, und dann, der Sänger war jetzt sehr gelöst, folgten fünf Schumann-Lieder, op. 40, nach Texten des Märchendichters Andersen und Chamissos; etwa das sehr romantische „Märzveilchen“ oder der unheimliche „Spielmann“.

Schubert

Die Schubert-Lieder, welche der Bariton sang, sind die sogenannten Heine-Lieder aus dem Liederzyklus „Schwanengesang“ (D 957, 8-13). Hier zeigte Schmutzhard, wie gültig er schon die hochromantischen Heine-Texte (teils dramatisch wie „Der Atlas“ oder „Der Doppelgänger“, teil zart-poetisch wie „Ihr Bild“ oder „Das Fischermädchen“) gesanglich zu interpretieren weiß. Vier weitere Schubert-Lieder nach Texten von Seidl und Mayrhofer bildeten den Ausklang des insgesamt jugendfrischen Liederabends, der vom zahlreichen Publikum stürmisch bejubelt wurde. Ein großer Gewinn für die Schubertiade.

 

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