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Freundin in Prag erschlagen: Mordprozess in Wien

Weil er am 9. Mai 2007 in Prag seine Lebensgefährtin erschlagen haben soll, hatte sich am Donnerstag ein 31-jähriger Computerfachmann wegen Mordes vor einem Wiener Schwurgericht zu verantworten.

“Ich hab’ die Olga nicht umgebracht! Ich hab’ sie sehr gern gehabt”, schluchzte der gebürtige Mödlinger.

Der Systemanalytiker war aus beruflichen Gründen nach Tschechien gegangen. Weil seine damalige Freundin auf seinen Geburtstag vergaß, suchte er eine Striptease-Bar auf, wo er eine junge Frau aus Weißrussland kennenlernte. Tage später zog die hübsche Olga in seine Wohnung ein und die vergessliche Frau aus.

Die Tänzerin habe sein Leben bereichert, weshalb er nach einigen Monaten mit der Mitbewohnerin eine Lebensgemeinschaft eingegangen sei, sagte der Angeklagte. “Es ist halt zu so etwas gekommen, was wir Affäre nennen”, meinte Staatsanwalt Christian Walzi ein bisschen abschätzig. “Wir hatten Heiratspläne!”, wies ihn der 31-Jährige umgehend zurecht.

Allerdings dürfte ihm Olga nicht ganz treu gewesen sein, während er beruflich immer wieder über Wochen hinweg in der Schweiz zu tun hatte. Ein reicher französischer Musiker bemühte sich um die attraktive 25-Jährige, recht freizügige Fotos dürften zumindest ein gewisses Naheverhältnis zu dem Künstler belegen.

Am 9. Mai 2007 kehrte der Computerexperte nach Prag zurück. Unmittelbar nach seinem Eintreffen soll es der Anklage zufolge in der Wohnung zu einem heftigen Streit mit seiner Freundin gekommen sein. “Sie wollte die Beziehung beenden. Sie hat einen Tag vorher ihrer Mutter eine SMS geschrieben, dass sie Schluss machen möchte”, berichtete der Staatsanwalt. Der Angeklagte habe das nicht verkraftet: “Er hat vermutlich mit einem griffbereiten Bügeleisen zugeschlagen.”

Der 31-Jährige beteuerte, seine Lebensgefährtin wäre schon tot gewesen, als er seine Unterkunft betrat. Er habe die schrecklich zugerichtete Leiche im Schlafzimmer entdeckt. “Ein extrem entsetzliches Bild. Olga liegt am Boden, alles voller Blut. Da bin ich zusammengebrochen”, weinte der Angeklagte. “Beruhigen Sie sich und putzen Sie sich die Nase”, empfahl ihm Richterin Sonja Höpler-Salat, ehe sie die Einvernahme fortsetzte.

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