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Freie Bahn für die Fische

Zählt Michael Metzler seine Hobbys auf, fehlt ein Nachsatz nie: "Wenn ich Zeit habe." Jahrelang hatte er viel zu wenig davon, weil beruflich eingespannt. Jetzt sieht die Welt des Bludenzers freilich wieder freundlicher aus.

Im März übernahm Metzler den Job eines Betriebsleiters der Alfenzkraftwerke. Mit einem Haushalt und zwei Großbetrieben als Kunden sind sie zwar das kleinste Elektroversorgungsunternehmen im Land. Dafür hat die Anlage etwas, das einzigartig ist in Österreich, nämlich einen Seitenspeicher. Er sorgt dafür, dass nicht nur das Wasser, sondern auch der finanzielle Ertrag sprudelt. Nebenbei wurde noch ein Stück Hochwassersicherheit ins Tal gebracht und den Fischen der Weg freigemacht.

Bewegte Vergangenheit

Mit seinen erst vierzig Jahren kann Michael Metzler schon auf eine bewegte Vergangenheit blicken. Zuerst eine Lehre als Betriebselektriker bei Elko König, dann einige Jahre im LKH Feldkirch beschäftigt, daneben die Unternehmensprüfung erledigt, Projektleiter bei der Asfinag und schließlich technischer Leiter bei der Firma Rondo. In dieser Funktion war Metzler so häufig mit dem Flugzeug unterwegs, dass “ich schon fast alle Stewardessen mit dem Vornamen kannte”, wie er lachend anmerkt. Gleichzeitig steht ihm die Erleichterung über den Wechsel ins sympathische Bubengesicht geschrieben. Denn irgendwann sei ein Punkt erreicht, wo man abends einfach nur wieder regelmäßig nach Hause kommen wolle. Allerdings: “Die letzten fünf Monate waren schon sehr arbeitsintensiv”, seufzt Michael Metzler.

Galt es doch, den neuen Seitenspeicher zu realisieren. Die von 1927 stammenden Wehranlagen fanden keine Gnade mehr bei den Behörden. Da blieb dem Betreiber, der Firma Zech, nur: Entweder das Kraftwerk schließen oder etwas Neues bauen. Herbert Zech, dem das Kraftwerk “sehr am Herzen liegt”, wie der Betriebsleiter feststellen konnte, entschied sich, die Anlage zu erhalten und, wennschon, dennschon, richtig auf Vordermann zu bringen. 270 Meter lang, 110 Meter breit, 780 Meter im Umfang und ein Fassungsvermögen von 157.000 Kubikmeter Wasser: Die Eckdaten des Bauwerks kommen Michael Metzler flüssig von den Lippen.

Ist die “Wanne” voll, haben die Maschinen für exakt 5 Stunden und 20 Minuten Arbeit. Und gefüllt ist das Becken eigentlich immer, weil das Schwallwasser der anderen Kraftwerke aufgefangen wird. Das Besondere an einem Seitenspeicher ist jedoch, dass das flüssige Gold während der Nacht gebunkert, erst am Tag verarbeitet und auf diese Weise zu teurerem Spitzenstrom wird. Rund 18 Gigawatt soll das Werk jährlich liefern.

Ökostrom an die VKW

Michael Metzler macht sein neuer Job sichtlich Spaß. Die moderne Technik ermöglicht es ihm, den Betrieb sogar von zu Hause aus zu überwachen. “Das ist schon eine andere Lebensqualität”, meint er. Ob er als Betriebsleiter der Alfenzkraftwerke, wie alle seine Vorgänger auch, in Pension geht, lässt der junge Mann allerdings noch offen. Zum jetzigen Zeitpunkt ringt ihm diese Frage nur ein Schmunzeln ab.

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