AA

"Frauen sorgen für Fortschritt"

Schruns - Sie ließ Österreich wissen, dass Nordalbanien brennt. Bereits drei Tage später kreisten Löschflugzeuge über dem schwer zugänglichen Gebiet rund um Fushe Arrez.

Ein biss­chen ist Irmtraud Seebacher schon stolz darauf, vom „klina Schruus“ die Rädchen der großen Politik zum Laufen gebracht zu haben. Doch bei ihr ist Bescheidenheit tatsächlich eine Zier. „Zum Glück kenne ich Leute, die bereit waren, sofort etwas zu tun“, teilt sie das Erfolgserlebnis gerne mit anderen.

Neuer Stellenwert

Frauen können viel auf den Weg bringen. Das weiß die Krankenschwester auch aus ihrer Zeit als Entwicklungshelferin auf Madagaskar und in Tansania. „Speziell in den armen Ländern sind es Frauen, die für den Fortschritt sorgen, und das ohne Öffentlichkeit“, sagt Irmtraud See­bacher. Ihnen, meint sie, sollte der Internationale Frauentag gewidmet sein. Um ihr Engagement macht sie ebenfalls wenig Aufheben. Seit sieben Jahren arbeitet Seebacher in Nordalbanien. Organisiert Hilfstransporte und bringt im Rahmen der „Allianz für Kinder“ gemeinsam mit Gaby Amann-Gopp immer wieder Kinder zur Behandlung ins Land.

Hilfe zur Selbsthilfe

Ein besonderes Anliegen ist der jungen Frau aber die Hilfe zur Selbsthilfe. Dafür hat sie bereits 150 Frauen zu Dorfkrankenschwestern ausgebildet. Und ihnen auf diese Weise zu einem neuen Stellenwert in der von patriarchalischen Strukturen geprägten Gesellschaft verholfen. Probleme mit den Männern gab es für Irmtraud Seebacher deswegen nie. „Weil ich ihnen stets mit Respekt begegnet bin.“ Das sei in diesen Kulturen besonders wichtig.

Nachgelebt

Die soziale Einstellung bekam Seebacher quasi in die Wiege gelegt. Die Eltern lebten sie vor, die Töchter nach. Denn auch Schwester Barbara ist diesbezüglich aktiv und als Ärztin ohne Grenzen derzeit im Sudan unterwegs. Irmtraud wollte auch Medizin studieren. Doch das scheiterte aus privaten Gründen. Also machte sie eine Ausbildung als Krankenschwester. Es ist nach 27 Jahren immer noch „der richtige Beruf“. Obwohl die Rahmenbedingungen schwieriger werden. Aber man versuche täglich, das Allerbeste zu geben. Dennoch keimt mitunter Frustration auf. Dann nimmt sie ihren Bordercollie „Acreju“ an die Leine und geht hinaus in die Natur. Sorgt für Seelenhygiene. Sich als Opfer des Systems zu sehen, ist ihre Sache nicht. ,,Jeder kann etwas tun“, gibt sich Irmtraud Seebacher überzeugt. Sie selbst will demnächst karitativ etwas kürzer treten. ,,Mit bald 50“ möchte die sympathische Montafonerin „wieder ein bisschen mehr Privatleben“.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • VN-Menschen
  • Schruns
  • "Frauen sorgen für Fortschritt"
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen