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Frau bewirbt sich um Präsidentenamt

Für Aufsehen in Agfghanistan hat die Ärztin Massuda Jalal gesorgt, die sich überraschend für das Präsidentenamt bewarb. Dass sich eine Frau vorwagt ist eine Sensation.

Zwar hat die 35-jährige Mitarbeiterin beim Ernährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) keinerlei Chancen gegenüber ihrem Mitbewerber, dem amtierenden Übergangsregierungschef Hamid Karsai. Doch allein die Tatsache, dass sich eine Frau politisch so weit vorwagt, ist eine Sensation in einem Land, in dem viele Männer der Ansicht sind, dass Frauen nicht einmal ohne ihre Hilfe wählen können.

Jalal selbst sieht ihre Kandidatur als Test: „Ich bin unabhängig, habe Afghanistan nie verlassen und helfe Tausenden meiner Landsleute. Ich hoffe, die weiblichen Delegierten werden mich unterstützen, da ich eine neue Seite in der Geschichte der afghanischen Politik aufschlage“, gab sie sich selbstbewusst. Jalal ist eine der wenigen Frauen, die in die traditionelle afghanische Stammesversammlung gewählt wurden. Die meisten anderen – insgesamt etwa ein Achtel der mehr als 1.500 Delegierten – kamen per Quote zu ihrem etwa einwöchigen Amt.

Die studierte Medizinerin spricht fließend Englisch. Bis zur Machtübernahme der Taliban 1996 lehrte sie als Professorin an der Universität von Kabul, dann wurde sie wie alle anderen Frauen aus dem öffentlichen Leben verbannt. Sie blieb dennoch im Land, heuerte schließlich bei den Vereinten Nationen an, wo sie derzeit als WFP-Mitarbeiterin für die Unruheprovinzen Paktia, Khost und Logar zuständig ist. Dorthin wird sie voraussichtlich nach dem Ende der Versammlung zurückkehren. Langfristig aber will sie dorthin, wo sie vor mehr als zehn Jahren schon war – zurück an die Universität von Kabul.

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