Frau aus Radmer: "War einkaufen, konnte nicht mehr heim"

"In 48 Jahren, die ich da wohne, hab' ich so was noch nicht erlebt," beschrieb eine etwa 80-jährige Frau aus Vorderradmer die Ereignisse in ihrem Heimatort. Schwere Regenfälle hatten am Sonntag zu Überschwemmungen geführt.

Neuerlicher Regen ließ am Donnerstag mehrere Muren abgehen. Die Bewohner der evakuierten Häuser zeigten sich vordergründig ruhig, aber es herrsche “Weltuntergangsstimmung, weil es hört einfach nicht zu regnen auf,” stöhnte eine der Betroffenen.

Unterwäsche, eine Jogginghose und eine der beiden Katzen hatte die etwa 40-Jährige am Donnerstagmittag fluchtartig zusammengepackt, als es hieß, dass die Häuser geräumt würden. “Auf einen BH hab’ ich voll vergessen”, meinte sie, aber dafür konnte sie noch Katzenkisterl und -futter einpacken. “Der Große (Kater, Anm.) musste daheimbleiben, weil der war draußen”, so die Frau vor dem Gasthaus Thallinger.

In der Wirtsstube versammelten sich am Freitagnachmittag die Betroffenen – eine Besprechung mit den Geologen, die sich die bedrohlichen Muren vor Ort angesehen hatten, war angesetzt. Die Bewohner der zehn evakuierten Häuser saßen zusammen und versuchten das Beste aus der Situation zu machen. Eine im achten Monat schwangere Frau erzählte, dass sie selbst am Donnerstag in Vorderradmer einkaufen gewesen sei und “dann konnte ich nicht mehr heim”. Ende August soll der Nachwuchs zur Welt kommen, “hoffentlich kann ich bis dahin wieder ins Haus.”

Auch der Vizebürgermeister von Radmer, Ludwig Gottsbacher, selbst in Hinterradmer wohnhaft, zeigte den anderen Betroffenen ein Video auf seiner Digitalkamera von abgehenden Muren. Er versuchte die Situation zu kalmieren: “Wenn wir das überstanden haben, ist eine Feier fix”, so Gottsbacher. Bis die Häuser wieder bewohnt werden können, gelte es zu “hoffen, nachdenken, warten, sudern und beten”, meinte die etwa 40-Jährige.

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