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Französischer Ex-Sozialist empört mit antisemitischer Anspielung

In Frankreich hat ein Regionalpolitiker mit einer antisemitischen Anspielung auf die jüdische Abstammung des früheren sozialistischen Regierungschefs Laurent Fabius eine Welle der Empörung ausgelöst.

Sozialistenchefin Martine Aubry zeigte sich am Mittwochabend “empört” über die Äußerung des Präsidenten der Region Languedoc-Roussillon, Georges Frêche. In einem Interview mit dem Magazin “L’Express” sagte Frêche über Fabius, dieser habe “keine katholische Fresse”; es sei deshalb ein “Problem”, ihn zu wählen. Frêche fiel schon mehrfach wegen rassistischer Äußerungen auf und wurde deshalb 2007 aus der Sozialistischen Partei (PS) ausgeschlossen.

Im November 2006 war Frêche in die Schlagzeilen geraten, nachdem er den hohen Anteil dunkelhäutiger Spieler in der französischen Fußball-Nationalelf kritisiert hatte. Im Frühjahr 2006 hatte er Angehörigen der ehemaligen algerischen Hilfstruppen im Algerien-Krieg vorgeworfen, “Untermenschen” und “Stiefellecker” der Gaullisten zu sein.

Trotz des Parteiausschlusses duldete Frankreichs größte Oppositionspartei Frêche bisher weiter als Präsident der südfranzösischen Region; er regiert dort mit Unterstützung örtlicher Sozialistenpolitiker. Zu den kommenden Regionalwahlen im März stellte die PS keine eigene Liste gegen den 71-Jährigen auf. Mehrere PS-Vertreter forderten nun, dies kurzfristig zu ändern und mit Frêche “endgültig zu brechen”. Sozialistenchefin Aubry kündigte für die Sitzung der Parteiführung am Dienstag eine Entscheidung an.

Eine Gegenliste könnte Aubrys Ziel gefährden, mit den Sozialisten bei der Regionalwahl alle 22 französischen Regionen zu erobern. Bisher stellt ihre Partei in 20 Regionen die Mehrheit, während die nationale Regierung von den bürgerlich-konservativen UMP von Präsident Nicolas Sarkozy gestellt wird.

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