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Franziska Jägerstätter in St. Radegund beerdigt

Bischof Schwarz leitete Begräbniszeremonie
Bischof Schwarz leitete Begräbniszeremonie
Franziska Jägerstätter ist Samstag in ihrem Heimatort in St. Radegund im Bezirk Braunau am Inn begraben worden. Sie ist die Witwe des 2007 seliggesprochenen Bauern und Mesners Franz Jägerstätter, der sich geweigert hat, für Adolf Hitler in den Krieg zu ziehen und dafür 1943 hingerichtet wurde. Franziska Jägerstätter ist im 101. Lebensjahr am 16. März im Kreise ihrer Familie gestorben.


Dem Begräbnisgottesdienst stand der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz vor. Er zelebrierte gemeinsam mit Kardinal Christoph Schönborn, Altbischof Maximilian Aichern und Bischof Manfred Scheuer. Letzterer hat den Seligsprechungsprozess als Theologe begleitet. Er würdigte in seiner Predigt die Verstorbene. Sie habe sich in Zeiten der Verblendung und des Unverständnisses den Lebensmut, die Freude am Leben und am Glauben bewahrt. “Franziska lebte aus der Hoffnung, dass Gott angesichts des Unrechts rechtfertigt und heilt”.

Scheuer zitierte auch aus den vielen Briefen zwischen Franziska und Franz Jägerstätter während seiner Haft. Sie hatte zunächst versucht, ihren Mann umzustimmen, ihn dann aber unterstützt. Die Briefe würden eine bewegende Theologie des Ehesakramentes in sich bergen. Beide Eheleute hätten sich wechselseitig im Glauben gestärkt, stellte er fest.

Auch Schönborn ist mehrfach mit Franziska Jägerstätter zusammengetroffen. Er begleitete sie zu Audienzen der Päpste Johannes Paul II und Benedikt XVI für die Witwe. Er und auch andere Redner, unter ihnen Landeshauptmann Josef Pühringer, betonten besonders die ansteckende Fröhlichkeit der vom Schicksal schwer geprüften Frau.

Das Begräbnis fand unter großer Anteilnahme statt. Der “Jägerstätter-Platz” vor der Kirche war voll mit Menschen. Zusätzlich zu zahlreichen Besuchern aus der Region, darunter der Bürgermeister von St. Radegund Simon Sigl und seine Amtskollegen aus den umliegenden Gemeinden, kamen viele von auswärts. Sogar eine Vertreterin der kirchlichen Friedensbewegung Pax Christi in den USA war angereist.

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