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Frankreich: Vermisste aufgetaucht

Fast drei Monate nach ihrem Verschwinden ist eine 14-jährige Schweizerin bei einem Pensionisten in Südfrankreich wieder aufgetaucht.

Nach Polizeiangaben vom Dienstag sitzt der 56-Jährige seit Freitag in Untersuchungshaft. Die französische Justiz leitete Ermittlungen wegen Entführung, Freiheitsberaubung und sexuellen Missbrauchs ein.

Das Mädchen tamilischer Abstammung ging in Aigle im Schweizer Kanton Waadtland zu Schule; es war am 6. Juli verschwunden. Den Mann hatte es vor Monaten über das Internet kennen gelernt; dort hatte er sich als Mädchen mit dem Pseudonym „Sophie 13“ ausgegeben.

Der Polizei zufolge kamen Schweizer Ermittler dem Entführer über E-Mails auf die Spur. Sie alarmierten ihre französischen Kollegen wegen des Verdachts, das vermeintlich durchgebrannte Mädchen könne entführt worden sein und sein Entführer in der Nähe von Marseille wohnen. Am vergangenen Donnerstag schließlich stießen die Fahnder im südfranzösischen Miramas auf den Mann und das Mädchen. Eine Ermittlerin sagte der Regionalzeitung „La Provence“, die 14-Jährige sei offenbar gut behandelt worden. Der Mann habe sie seinen eigenen Kindern vorgestellt und zu Ferien mit seiner Familie mitgenommen.

Einem anderen Ermittler zufolge hatte das Mädchen vor der Entführung über eine Webcam entdeckt, dass sich hinter „Sophie 13“ ein Mann versteckte. Psychiater sollen nun versuchen, das Verhältnis zwischen den beiden zu ergründen. Offenbar näherte sich das Mädchen dem Mann an. Es leidet vermutlich am Stockholm-Syndrom, bei dem sich Opfer mit ihren Peinigern identifizieren. Das Mädchen wurde nach Polizeiangaben bis auf weiteres in einem „gesicherten“ Heim untergebracht.

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