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Frank Elstner wird 65

Er ist der Erfinder der mittlerweile erfolgreichsten Fernseh-Show Europas. Frank Elstner entwickelte die Idee für "Wetten dass...?". Seit 1981 flimmert die Show über die Mattscheibe.

Mittlerweile geht das Format um die Welt und ist selbst in China ein Renner. Zunächst moderierte Elstner die Show noch selbst. Dann aber entschied er sich zum Ausstieg, um neue Ideen zu entwickeln. An den „Wetten dass…?“-Erfolg konnte er jedoch nicht mehr anknüpfen.

Am Donnerstag feiert der smarte Moderator, Medienmanager und Produzent seinen 65. Geburtstag. Er gilt als Mann des Ausgleichs – was ihm von manch einem Kritiker vorgeworfen wird. „Der liebe Frank“ – so sein Spitzname – sei zu glatt, belanglos, ja langweilig und führe seine Gespräche zu wenig kontrovers, zu harmoniesüchtig. Zu beobachten war das gerade kürzlich wieder in der Sendung „Menschen bei Maischberger“, in der er die im Mutterschutz weilende Moderatorin vertrat. Beim Thema Organspende fragte er seine Gäste am Ende – und es wirkte ein wenig hilflos, aber charakteristisch für den fünffachen Vater: „Gibt es nicht einen Satz, auf den wir uns alle einigen können?“

Elstner, der in seiner Jugend als Messdiener aktiv war, ist ein gläubiger Mensch. Im vergangenen Jahr pilgerte er ein über 500 Kilometer langes Teilstück des Jakobswegs. „Dass ich das gemacht habe, bedeutet mir mehr als alle meine Goldenen Kameras und alle anderen Auszeichnungen“, erklärte er danach in einem Interview. Er habe sich auf den Weg gemacht, um mich mal bei „dem da oben“ zu bedanken.

Frank Elstner wurde am 19. April 1942 im österreichischen Linz in eine Theaterfamilie geboren, wuchs aber in Deutschland auf. Beide Eltern waren Schauspieler, so dass er früh mit dem Show-Business in Berührung kam. Als Zehnjähriger hatte er seine erste Hauptrolle in einer Hörfunkbearbeitung von Walt Disneys „Bambi“. Mit 21 Jahren ging er zu RTL, wo er schnell zum beliebtesten Moderator aufstieg. 1972 wurde er Direktor des deutschen RTL-Hörfunk-Programms.

Auch im Fernsehen hatte sich der Vegetarier und bekennende Träger eines Glasauges mittlerweile einen Namen gemacht: Er wirkte als Schauspieler in einigen Filmen mit und moderierte Shows wie „Punkt, Punkt, Komma, Strich“ und „Spiel ohne Grenzen“. Der endgültige Durchbruch gelang ihm 1974 mit den „Montagsmalern“. Von 1981 bis 1987 moderierte er 39 Mal „Wetten dass…?“, dann gab er den Stab an Thomas Gottschalk weiter. Damit wurde es deutlich ruhiger um ihn – obwohl er noch zahlreiche Showkonzepte im Fernsehen unterbringen konnte.

In seiner Wahlheimat Luxemburg hatte er schon 1982 eine eigene Produktionsfirma gegründet. Hier entstand unter anderem die Nobelpreisträger-Serie „Die stillen Stars“. Zu den weiteren Sendungen, die er konzipierte und für verschiedene Sender produzierte, zählen unter anderem „Stadt, Land, Fluss“, „First Love“, „Tele-As“ oder „Nase vorn“. 1993 kehrte er zu RTL zurück und startete unter anderem „Jeopardy“.

Seit 2002 moderiert er in der ARD den Klassiker „Verstehen Sie Spaß?“. Zuletzt erhielt der Träger des Bundesverdienstkreuzes allerdings eine wenig rühmliche Auszeichnung: Für die im April 2006 gestartete Sendung „Die große Show der Naturwunder“ wurde er mit der „Sauren Gurke“ für die frauenfeindlichste Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgezeichnet.

http://www.frank-elstner.de

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