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Frächter-Skandal

Als "Skandal" bezeichnete am Montag, der Präsident der luxemburgischen Transportgewerkschaft, John Castegnaro, die Vorkommnisse um die Spedition United Cargo Lines.

Das Unternehmen soll im Netzwerk einer Unternehmensgruppe aus dem westlichen Niederösterreich verstrickt sein, das Chauffeure aus osteuropäischen Ländern illegal beschäftigt haben soll. Rund 150 Lkw-Lenker waren zum Sitz des Personalbüros in Luxemburg gekommen. Zahlreiche andere sitzen ohne Geld in Europa fest.

“Von rund 800 Angestellten waren nur 25 sozialversichert”, erklärte Hubert Hollerich, der Zentralsekretär der Sektion Transport des Luxemburgischen Gewerkschaftsbundes im Gespräch mit der APA. Zusammen mit Hilfskräften sei man bemüht, den 150 Fahrern, die ohne Geld und Essen dastehen, „ein Dach über dem Kopf und eine warme Mahlzeit zu geben.“ Allerdings seien bereits weitere 20 Lkw aus Lothringen unterwegs.

Laut seinen Informationen hätten sich von der spanisch-französischen Grenze rund 30 Fahrer gemeldet, die ohne Geld festsitzen, so Hollerich. Weitere 30 Lenker von United Cargo Lines seien beim Frejus-Tunnel zwischen Italien und Frankreich “gestrandet”. Ungefähr 60 Lenker säßen in Frankreich fest. Sie waren gefahren, so lange sie Geld für Diesel hatten. Im Übereinkommen mit dem französischen Transportministerium werde die französische Transportgewerkschaft nun versuchen, den Fahrern zu helfen.

Schwierig sei natürlich auch, dass sich die Fahrer illegal im Land aufhalten, erklärte Hollerich. Das Familienministerium habe aber schon erklärt, für die ordnungsgemäße Heimfahrt der Lenker sorgen zu wollen. Auch eine Entschädigung für die ausständigen Löhne wolle man den Männern mitgeben.

“Seit zehn Jahren wurden diese Missstände schon von der Gewerkschaft angeprangert”, so Castegnaro. Es würde immer neue Skandale bekannt. So habe sich der Hauptsitz der betroffenen Firma in Wohnungen befunden, die eine Genossenschaft für den Sozialen Wohnbau errichtet hatte. Noch im Dezember hatte die Spedition ohne Probleme so genannte “Cemt”- Genehmigungen, wie sie für Transporte außerhalb der EU notwendig sind, erhalten. Eine Kontrolle der Firma sei aber nicht vorgesehen.

Die Gewerkschaft forderte von der Luxemburgischen Regierung eine Arbeitsgruppe mit Experten der verschiedensten Ministerien, um diese “skandalösen Zustände” nicht mehr vorkommen zu lassen. Allerdings handle es sich laut Castegnaro um ein europäisches Problem, da in der EU der soziale Aspekt zu kurz komme.

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