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"Für mich lief alles perfekt"

Schwarzach - Gymnastin Caroline Weber ist Vorarlbergs erste Fixstarterin bei Olympia 2008. Im Interview mit den "VN" sprach sie über die Gymnastik, Olypia und ihre Ziele. | Zum Video

VN: Die Rhythmische Gymnastik ist laut dem ehemaligen IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch die charmanteste und fraulichste Sportart der Welt.
Weber: “Dem kann ich nur zustimmen. Die Verbindung von Bewegung und Musik, bei gleichzeitiger Handhabung des Geräts, verleihen der Gymnastik einen einzigartigen Charakter. Wohl in kaum einer anderen Sportart haben Sportlerinnen die Möglichkeit, ihre Persönlichkeit so zu entfalten und zum Ausdruck zu bringen.”

VN: Aufgrund der guten Leistungen im Weltcup und bei Grand Prixs hat man das Olympiaticket von Ihnen nicht nur erhofft, sondern fast schon erwartet. Wie groß war der Druck in Patras?
Weber: “Ich habe eigentlich versucht, keinen Druck aufkommen zu lassen. Ich habe einfach versucht, meine beste Leistung zu bringen, habe mich von Bewerb zu Bewerb, vorgetastet – und am Ende hat es gereicht.”

VN: Am Ende hatten Sie bei der WM sechs Plätze und 2,325 Punkte Polster auf den ersten Nicht-Olympiaplatz. Eine klare Sache, könnte man meinen?
Weber: “In der Realität sieht es anders aus. Wäre mir eine Keule auf den Boden gefallen oder der Reifen aus der Fläche, wäre es sehr eng geworden. So aber lief alles perfekt und es sieht klar aus.”

VN: Was darf man sich nach Rang 14 bei der WM bei Olympia 2008 erwarten?
Weber:
“Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Vorerst einmal freue ich mich einfach nur – für mich ging in Patras ein echter Traum in Erfüllung.”

VN: Ihre Trainerin Lucia Gencheva hat aus Aberglaube bei Ihren fünf Auftritten in Patras immer das gleiche T-Shirt getragen. Sind sie auch abergläubisch?
Weber:
“Eigentlich nicht. Ich versuche mich nicht auf solche Dinge zu versteifen.”

VN: Stichwort Gencheva: Wie groß ist der Anteil der Trainerin am Olympiaticket?
Weber:
“Sehr sehr groß. Ohne sie wäre das Olympiaticket nicht möglich gewesen. Doch es gibt noch weitere wichtige Personen in meinem Umfeld, die genauso zum Erfolg beigetragen haben. An erster Stelle natürlich meine Familie, meine Heimtrainerin Annires Marchetti, „Mama“ Kreutz, die meine Trikots fertigt, und sicher noch viele andere Personen, die mir immer zur Seite gestanden sind.”

VN: Ihre nächsten sportlichen Pläne?
Weber: “Ab Montag steht die Klub-WM in Tokio auf dem Programm. Danach kommen die Österreichischen Meisterschaften in Bregenz (Anm.: 26. bis 28. Oktober) und dann am 17./18. November das GP-Finale in Innsbruck. Zum Jahresabschluss werde ich dann Ende Dezember noch zu einem Einladungsturnier erstmals nach Peking reisen.”

ZUR PERSON: Caroline Weber

Die Dornbirnerin qualifizierte sich mit dem 14. Rang, dem besten ÖFT-Resultat der Geschichte, als erste Vorarlbergerin für die XXIX. Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking:

  • Geboren: 31. Mai 1986 in Dornbirn
  • Größe/Gewicht: 167 cm/48 kg
  • Ausbildung/Beruf: Matura am Sportgymnasium Dornbirn-Schoren (2005), seit 1. Juli 2006 als Sportsoldatin beim Heeresleistungssportzentrum 2 in Wien, Blattgasse
  • Sportliche Erfolge: 23-fache Staatsmeisterin (Siegerin im Mehrkampf und mit allen vier Geräten 2006, 2005, 2004, 2003 sowie Gruppenmeisterin 2004, 2000 und 1999), fünffache EM-Teilnehmerin, davon Platz 14 2007, vierffache WM-Starterin, 2006/07 bei allen Weltcup- und Grand- Prix-Starts zwischen Platz zwölf und 19, 2007 Siebte bei der Universiade
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