Für die Zukunft gerüstet

Modell des "Werkraumhauses"
Modell des "Werkraumhauses"

Andelsbuch. Die Ausstellung “Handwerk+Form” ist noch am nächsten Wochenende (17./18. Oktober 2009, 10-18 Uhr) geöffnet.

Mit dem 1991 erstmals ausgerichteten Wettbewerb setzt der Werkraum Bregenzerwald alle drei Jahre wichtige Impulse für das Handwerk im Bregenzerwald. Die fünfköpfige Jury, bestehend aus Carlo Baumschlager, Sebastian Hackenschmidt, Traudl Herrhausen, Harry Metzler und Wolfgang Pöschl, hatte es wahrlich nicht leicht. Bei der 5. Ausstellung des Werkraumes Bregenzerwald wurden 95 eingereichte Objekte einer kritischen Prüfung unterzogen. „Der Wettbewerb ist und bleibt anonym“, erklärte Grafiker Harry Metzler“, „und wir haben unseren Teil der Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen durchgeführt“. Beim Eröffnungsabend im vollbesetzten Schalenträger-Pavillon erhielten fünf Objekte den „Handwerk+Form“- Preis mit Auszeichnung und 2000 Euro, sieben Einreichungen wurde der Anerkennungspreis und 700 Euro verliehen und weitere 15 Objekte erhielten Belobigungen. Bei einem Rundgang in Andelsbuch gilt es sämtliche umgesetzten Einreichungen zu betrachten. Die Objekte sind auf mehrere Lokale verteilt. Am Weg liegen die für den Außenraum eingereichten Werke.

Im Zuge der Ausstellung feiert der Verein „Werkraum Bregenzerwald“ auch sein 10-Jähriges Bestehen. „Der Hauptgrund für die Vereinsgründung war die Sorge, dass es langfristig kaum möglich sein würde, die Strukturen, wie wir sie im Bregenzerwälder Handwerk haben – mit den vielen kleinen Betrieben, wirtschaftlich lebensfähig zu erhalten“, erklärte Obmann Anton Kaufmann in seiner Eröffnungsansprache. „Die Entwicklungen in vielen Regionen Europas haben gezeigt, dass ohne gemeinsame Anstrengungen keine Chance auf das Überleben des traditionellen Handwerks mehr besteht“, so Kaufmann. Und so hatte man beschlossen, die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und gezielte Maßnahmen zu setzen.

Seit einem Jahr arbeitet der Schweizer Architekt Peter Zumthor gemeinsam mit dem Werkraum Bregenzerwald am Konzept für das neue Werkraum Haus in Andelsbuch. Die Werkraum Handwerker haben den Entwurf in einer Generalversammlung Ende September mit großer Mehrheit angenommen. Die Modellskizzen sind im Rahmen der Ausstellung zu Handwerk+Form erstmals öffentlich zu sehen. Peter Zumthor hat die Pläne in Andelsbuch vorgestellt. Die Architektur des Werkraum Hauses ist kräftig und einfach. Es besteht aus einer Tragekonstruktion, einem Dach und einer Hülle. „Der Bau ist einfach, großzügig und transparent. Keiner soll sagen, dass man

da noch etwas weglassen könnte“, erläutert Peter Zumthor seinen Entwurf. „Die schönen Darsteller sind die Produkte der Handwerker. Das Gebäude soll nicht als Primadonna daherkommen, die ruft – ach, bin

ich schön.“ Einfach, aber nicht gewöhnlich soll das Werkraum Haus sein. Zumthor denkt dabei im Ansatz an ein industrielles Gebäude. „Es ist einfach wie eine Sägerei, aber es ist keine Sägerei, denn es legt Wert auf ein anziehendes Äußeres.

Die Preisträger

Auszeichnungen gab es für: Gartenhaus „Jodok der Maßgeschneiderte“ (Jürgen Stoppel, Christoph von Öfele, Zimmerei-Tischlerei-Treppenbau Helmut Feuerstein), Flexibles Flächenvorhangsystem „X-Schlitz“ (Johannes Mohr, Eberle Metall, Malerei Claudio Mätzler, Mohr Polster), Schubladen-Kommode „Primus“ (Anton Mohr, Tischlerei Mohr), Polstertechnik „Krater“ (Johannes Mohr, Mohr Polster), Bett „Steckbar“ (ESP Architekten, Kaufmann Zimmerei und Tischlerei). Anerkennungspreise gab es für: „Tipp on – Stiefelknecht“ (planDREI, Felder Mechanik, Tischlerei Jos Geser), Marktstand (Helmut Dietrich, Kaufmann Zimmerei und Tischlerei) , Spielhaus (Bathke Geisel Architekten, Kaufmann Zimmerei und Tischlerei), Filzgefäße (Marianna Moosbrugger/■ Ofen/Heizkörper „Josepha wärmt“ (memux, e-plus, Eberle Metall, wasser-Wärme-Solar) ■ Wickelauflage „Kakadu“ (Martin Bereuter, Tischlerei Innenausbau Bereuter, Mohr Polster), Gartendusche „Felix (Ohneberg Architektur, Eberle Metall). Weitere 15 Objekte erhielten eine Belobigung.

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